11. April 1961 Strafsache 40/61 - wissenschaft.de
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11. April 1961

Strafsache 40/61

Vier Monate lang sah die Welt auf das „Haus des Volkes” in Jerusalem. Dort, vor dem Bezirksgericht der israelischen Hauptstadt, wurde einem Mann der Prozeß gemacht, der eine zentrale Rolle bei der Organisation des nationalsozialistischen Judenmords gespielt hatte. Es war der Prozeß gegen Adolf Eichmann. In einer spektakulären Aktion hatte der israelische Geheimdienst im Jahr zuvor den ehemaligen SS-Obersturmbannführer aus seinem Fluchtort in Argentinien entführt. Jetzt versammelte die Anklageschrift 15 Punkte, die Eichmann unter anderem beschuldigten, „Verbrechen gegen die Menschlichkeit” und „Verbrechen gegen das jüdische Volk” begangen zu haben, indem er mit anderen die Tötung von Millionen Juden veranlaßt hatte. Im Rahmen der Beweisaufnahme wurden mehr als 100 Zeugen gehört und rund 1600 Dokumente vorgelegt. Die meisten trugen Eichmanns Unterschrift. Ziel des Gerichts unter Vorsitz der deutschstämmigen Richters Moshe Landau war es vor allem, Eichmanns individuelle Schuld aufzuzeigen. Der jedoch berief sich stets darauf, lediglich „ein ehemaliger kleiner Befehlsempfänger” gewesen zu sein, und bekannte sich in allen 15 Punkten für „im Sinne der Anklage nicht schuldig”. Das Gericht sah das anders und wies nach, daß Eichmann alles in seiner Macht Stehende getan habe, um die erhaltenen Befehle so weitgehend und grausam wie möglich zu interpretieren und auszuführen. Nach langen Beratungen verurteilte es daher am 11. Dezember 1961 Adolf Eichmann zum Tod durch den Strang. Das einzige Todesurteil in der Geschichte des Staates Israel wurde am 1. Juni 1962 kurz nach Mitternacht vollstreckt.

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