Januar 785 Taufe Widukinds - wissenschaft.de
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Januar 785

Taufe Widukinds

„Widukind, der treulose Urheber so vieler Übel, kam mit den Seinen zur Pfalz Attigny und wurde dort getauft. Der Herr König empfing ihn aus dem Taufbrunnen und erhöhte ihn mit großartigen Gaben.“ Die Ereignisse, die die Annalen des Klosters Lorsch mit eher dürren Worten beschreiben, waren für Karl den Großen ein Triumph. Einer seiner größten militärischen Widersacher, der Sachsenherzog Widukind, war endgültig besiegt. Seine Niederlage und die Eingliederung der heidnischen Sachsen in Karls christliches Frankenreich wurden mit der Taufe in Attigny (Département Ardennes) besiegelt. Eine der wichtigsten Aufgaben des Königs sah Karl in der Christianisierung der Heiden. Der Sachsenkrieg hatte 13 Jahre zuvor mit der Zerstörung der sächsischen Kultstätte Irminsul durch die Franken begonnen. Erbittert wehrten sich die Sachsen danach gegen die Annahme der Taufe und die neuen religiösen Gebräuche, die ihnen aufgezwungen wurden. Mehrfach fielen sie über die fränkischen Besatzungstruppen her und drangen unter der Führung des Stammesherzogs Widukind plündernd und brandschatzend weit ins Frankenreich ein. Doch Karl der Große war mehr denn je entschlossen, die Sachsen, notfalls mit Feuer und Schwert, zum Christentum zu bekehren. Seine maßlose Wut auf die Aufständischen entlud sich 782 bei Verden an der Aller in einer grausamen Strafaktion: Angeblich 4500 Sachsen ließ er im Blutrausch enthaupten. Doch noch immer gaben die Sachsen nicht auf. Erst eine letzte große militärische Offensive der Franken brachte Karl dem Großen schließlich die Unterwerfung Widukinds.

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