15.03.1923 Tempo 30 eingeführt - wissenschaft.de
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15.03.1923

Tempo 30 eingeführt

Schon in den Kinderjahren des Automobils entbrannte ein heftiger Meinungsstreit über die Höchstgeschwindigkeit von Kraftfahrzeugen. Der ADAC forderte eine Tempoerhöhung, schließlich, so der Interessenverband, wisse jeder, dass zwischen der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit und der Praxis „der Abgrund der Unsinnigkeit klafft“. Die reichseinheitliche Regelung von 1910 sah für Kraftfahrzeuge in geschlossenen Ortschaften eine Fahrgeschwindigkeit von höchstens 15 Kilometern pro Stunde vor – etwa die Geschwindigkeit eines Pferdes im starken Trab. Der ADAC warnte in der hauseigenen Zeitschrift regelmäßig unter der Rubrik „Vorsicht Autler“, auf welchen Strecken Polizisten Fahrzeuge stoppten, die zu schnell fuhren.

Am 15. März 1923 war es so weit: Die Novellierung des Kraftfahrzeuggesetzes setzte die Höchstgeschwindigkeit innerorts auf 30 Kilometer pro Stunde fest. Damit sollten vor allem Verkehrsstaus vermieden werden, die durch die steigenden Autozahlen verursacht wurden. Etwa zehn Jahre später, 1934, waren die „Autler“ mit der „Reichs-Straßenverkehrs-Ordnung“ im automobilen Himmel angekommen: Auf Geschwindigkeitsbegrenzungen wurde nun generell verzichtet, dementsprechend sollten polizeiliche Kontrollen unterbleiben. Doch die Freude währte nicht lange; zunehmende Unfallzahlen sowie der erhöhte Verschleiß an den Fahrzeugen führten 1939 zur erneuten Gesetzesnovellierung. Jetzt galt Tempo 60 im Ort. Die Straßenverkehrsordnung von 1957 senkte schließlich das Tempo auf 50 Kilometer pro Stunde.

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