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20. März 1393

Tod in der Moldau

Wenzel, König von Böhmen, war zornig. Sein Hofkanzler Johannes von Jentzenstein, Erzbischof von Prag, propagierte immer nachdrücklicher ein asketisches Leben und verteidigte die Rechte der Kirche gegenüber der Krone. 1384 verlor er schließlich sein Amt als Hofkanzler. Des Königs Zorn galt zudem dessen Generalvikar, Johann von Nepomuk. Am 20. März 1393 ließ Wenzel den Geistlichen gefangen nehmen. Eigenhändig, so ist überliefert, soll er ihn mit Pechfackeln gefoltert, durch die Straßen und Gassen Prags gezerrt und schließlich mit gefesselten Händen und Füßen von der Karlsbrücke in die Moldau gestoßen haben. Der äußere Anlass für die Ermordung Nepomuks scheint unter anderem die Einsetzung eines dem König nicht genehmen Abtes im Kloster Kladrau gewesen zu sein.

Wenzels Geheiß zum Stillschweigen über die äußeren Umstände der grausamen Tat führte schnell zur Legendenbildung. Nepomuk war der Beichtvater von Wenzels Gemahlin Sophie von Bayern gewesen. Der König habe vergeblich versucht, Nepomuk über Sophie auszufragen. Dessen standhaftes Eintreten für das Beichtgeheimnis sei das Motiv für seine Ermordung gewesen. Im Zug des wachsenden Kultes um den im Prager Veitsdom beigesetzten Nepomuk erfolgte im Jahr 1729 die Heiligsprechung. Als „Märtyrer des Beichtgeheimnisses“ und Schutzpatron von Böhmen wird er bis heute verehrt.

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