21.12.1140 Treue Ehefrauen - wissenschaft.de
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21.12.1140

Treue Ehefrauen

Der Herrschaftsantritt des Staufers Konrad III. im Jahr 1138 stieß nicht überall im Reich auf Zustimmung. Der Welfe Heinrich der Stolze, faktisch der mächtigste Fürst im Reich, hatte es nicht geschafft, seinen Anspruch auf die Königswürde durchzusetzen, und verweigerte dem neuen Herrscher sowohl die Huldigung als auch die Herausgabe des Herzogtums Sachsen. Es entstand ein schwerer Konflikt zwischen Heinrich dem Stolzen und Welf VI. auf der einen und dem König auf der anderen Seite. In dessen Verlauf belagerte Konrad auch die welfische Burg Weinsberg bei Heilbronn. Die Burg musste sich am 21. Dezember 1140 ergeben, nachdem es Konrad gelungen war, ein Heer Welfs VI. zu schlagen.

Die Kölner Königschronik berichtet, der Herrscher habe den Frauen auf der Burg nicht nur freien Abzug gestattet, sondern ihnen auch erlaubt, mit sich zu nehmen, „was sie auf ihren Schultern zu tragen vermochten“. Die Frauen indes überlegten nicht lange, „ließen das Hausgerät beiseite und stiegen herab, indem sie ihre Männer auf den Schultern trugen“. Die zunächst vergessene Episode wurde um 1500 wiederentdeckt und gedruckt. Die Geschichte von den „treuen Weibern von Weinsberg“ begann sich von ihrem historischen Kontext zu lösen, wandelte sich zur Sage und wurde in der Kunst aufgegriffen. Selbst die Burg Weinsberg erhielt einen neuen Namen: Die Ruinen der einst stolzen Anlage heißen nun „Weibertreu“.

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Pa|tel|la|seh|ne  〈f. 19; Anat.〉 Sehne, die die Kniescheibe u. das Schienbein verbindet, Kniescheibensehne ● sich einen Riss der ~ zuziehen

Xan|thin  〈n.; –s; unz.; Biochem.〉 pflanzl. u. tier. Alkaloid [zu grch. xanthos ... mehr

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