02.01.1820 Turnen verboten - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

02.01.1820

Turnen verboten

Schwingen an Reck und Barren, Laufen, Schwimmen, Fechten und Wandern – diesen sportlichen Betätigungen gingen zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer mehr junge Menschen nach. Zu Scharen trafen sie sich auf der Berliner Hasenheide, wo Friedrich Ludwig Jahn 1811 den ersten deutschen Turnplatz errichtet hatte. Sieben Jahre später existierten im Deutschen Bund bereits an die 150 Turnvereine. Dabei ging es Jahn nicht allein um die körperliche Ertüchtigung: Er wollte als hitziger Verfechter der nationalen Einheit Deutschlands bei seinen Turnbegeisterten die patriotisch-deutsche Gesinnung wecken. In einem Lied von Karl Follen hieß es etwa: „Auf, auf, du Turner! Du Teutscher, wohlan! Auf, ehrliche, wehrliche Jugend!“

Bereits 1817 schlug jedoch die anfängliche Sympathie der preußischen Regierung gegenüber den Turnern in Misstrauen um. Unverblümt hatte Jahn seine politisch radikalen Ansichten, etwa sein Votum für die Einführung einer Verfassung in Preußen, vor einem wachsenden Anhängerkreis vorgetragen. Am 2. Januar 1820 erließ der preußische König Friedrich Wilhelm III. daher eine Verordnung, wonach „das Turnen als staatsgefährdend aufhöre“. Dieses Verbot versetzte der Turnbewegung einen schweren Schlag. Sie verlor ihr Aktionszentrum in Berlin und zwei Drittel aller deutschen Turngemeinden. Jahn selbst wurde 1825 verhaftet und stand bis 1840 unter Polizeiaufsicht.

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Wissenschaftslexikon

Dis|pro|por|ti|o|nie|rung  〈f. 20〉 chem. Reaktion, bei der ein Ausgangsstoff gleichzeitig in eine Verbindung höherer u. niederer Wertigkeit übergeht; Sy Dismutation ... mehr

Re|trak|ti|on  〈f. 20; Med.〉 Schrumpfung, Zusammenziehung eines Organs od. Gewebes [<lat. retractio ... mehr

♦ Elek|tro|nik|kon|zern  〈m. 1〉 = Elektrokonzern

♦ Die Buchstabenfolge elek|tr… kann in Fremdwörtern auch elekt|r… getrennt werden.
» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige