19.10.1922 Unschuldig in Haft - wissenschaft.de
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19.10.1922

Unschuldig in Haft

Er war überzeugter Verfechter der Republik: der Journalist und Sozialdemokrat Felix Fechenbach. Für diese politische Gesinnung verurteilte ihn das berüchtigte Münchner Volksgericht 1 am 19. Oktober 1922 zu elf Jahren Zuchthaus. Die Anklage lautete auf Landesverrat. Fechenbach wurde vorgeworfen, im April 1919, kurz nach der Ermordung des bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner, dessen Referent er war, dem Schweizer Journalisten René Payot diplomatische Geheimdokumente übergeben zu haben. Diese Schriftstücke hätten dazu geführt, so das Gericht, dass Deutschland in den Friedensverhandlungen von Versailles die „alleinige Schuld“ am Kriegsausbruch hatte angelastet werden können.

Schon damals war indes bekannt, dass dies eine Fehleinschätzung war. Dementsprechend groß war der Protest in der breiten Öffentlichkeit, besonders bei den Unterstützern der jungen Weimarer Republik. Die Wellen schlugen so hoch, dass der Reichstag sogar einen Untersuchungsausschuss einsetzte, der sich dem „Fechenbach-Urteil“ widmete. Trotz zahlreicher Gnadengesuche musste Fechenbach zwei ganze Jahre im Gefängnis bleiben. Den „deutschen Dreyfus“ nannte ihn die Presse, nach dem ähnlich aufsehenerregenden Fall in Frankreich. Zum Schluss bezahlte Fechenbach für sein republikanisches Engagement doch noch den höchsten Preis: Kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde er in „Schutzhaft“ genommen und „bei einem Fluchtversuch“ erschossen.

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Se|men  〈n.; –s, –mi|na〉 1 〈Biol.; Med.〉 Sperma 2 〈Bot.〉 Samen der Pflanzen ... mehr

rot|glän|zend  auch:  rot glän|zend  〈Adj.〉 einen roten Glanz aufweisend ... mehr

Aal|mut|ter  〈f. 8u; Zool.〉 den Glasaalen ähnlicher Küstenfisch von Nord– u. Ostsee: Zoarces viviparus

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