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204 v. Chr.

Dichter Quintus Ennius in Rom

Drei Herzen schlügen in seiner Brust – so beschrieb der Dichter Quintus Ennius sich selbst. Geboren 239 v. Chr. in Apulien, sprach er drei Sprachen – Griechisch, Oskisch und Lateinisch – und war durch sie drei Kulturkreisen verbunden. Im Zweiten Punischen Krieg diente er in den Hilfstruppen, die Rom militärisch unterstützten. Senator Cato wurde auf ihn aufmerksam und lud ihn 204 v. Chr. nach Rom ein. Damals befand sich die lateinische Literatur noch in ihren Kinderschuhen. Eine Generation zuvor hatten Livius Andronicus und Naevius als erste überhaupt auf Latein gedichtet, in Form und Inhalt noch eng ihren griechischen Vorbildern verbunden.

Mit jugendlichem Hochmut sah Ennius auf diese Dichter herab. Er mischte den Kulturbetrieb auf, führte den gediegenen Hexameter auch im Lateinischen ein und verfasste ein gewaltiges Epos: die „Annalen“. In 18 Büchern besang er Roms Geschichte bis zu seiner eigenen Zeit. Aristokratische Mäzene finanzierten seinen Lebensunterhalt. Marcus Fulvius Nobilior schätzte den Poeten sogar so sehr, dass er ihn auf seinen Feldzug nach Ätolien mitnahm. Ganz unbescheiden sah sich Ennius als zweiter Homer, und tatsächlich war er der Star in Rom. Noch 150 Jahre später gehörten seine Werke zum Literaturkanon eines gebildeten Römers, und er gilt bis heute als Begründer der lateinischen Poesie. Den selbstbewussten Ennius hätte das vermutlich nicht überrascht. In einem Gedicht verbot er jegliche Trauer um sich selbst: „Ich fliege lebend durch die Münder der Männer“, schrieb er.

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