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560 v. Chr.

Kroisos erobert Ephesos

Schon in der Antike war der Reichtum des Lyderkönigs Kroisos legendär. Ebenso legendenumwoben war sein Leben. Im Alter von 35 Jahren folgte er seinem Vater Al-yattes II. auf den Thron. Traditionell wird dieses Ereignis auf das Jahr 560 v. Chr. gelegt. Sicher ist, dass der Weg auf den Thron wegen diverser Hofintrigen steinig gewesen war. Wie aber zementiert man seine Macht besser als durch einen erfolgreichen Krieg? Kroisos beschloss also, sofort nach seinem Herrschaftsantritt die wohlhabenden griechischen Städte an der Westküste Kleinasiens zu unterwerfen.

Zuerst nahm er sich das benachbarte Ephesos vor. Dort herrschte Pindaros, ein Neffe des Kroisos. Als Pindaros von einem herannahenden Heer hörte, soll er zu einer List gegriffen haben: Etwa einen Kilometer vor den Stadtmauern lag das berühmte Heiligtum der ephesischen Artemis. Der Tempel und das umliegende Areal standen unter dem Schutz der Göttin, jedermann konnte sich dort der Gottheit unterstellen und Asyl erhalten. Pindaros ließ nun den Tempel durch lange Seile mit den Stadtmauern verbinden, und so geriet ganz Ephesos unter die schützende göttliche Hand. Angeblich schickte Kroisos seinen Neffen ins Exil, soll aber ansonsten Ephesos verschont haben, das unter seiner Herrschaft erblühte. Allerdings: Der Tempel musste wenige Jahre später neu errichtet werden, und Kroisos stiftete prächtige Säulen, die erhalten sind. Hatte Kroisos doch Gewalt angewendet und sich danach reumütig gegeben?

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