186 v. Chr. Verbot der Bacchanalien - wissenschaft.de
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186 v. Chr.

Verbot der Bacchanalien

Die Wiege der Bacchus-Verehrung scheint in Kleinasien gestanden zu haben. Von den Griechen wurde der Gott schon in mykenischer Zeit verehrt, und bereits früh wurden die ihm geweihten Feste mit ekstatischer Inbrunst gefeiert. So gebrauchten die Griechen im 5. Jahrhundert das Wort bakcheyo ohne Bezug auf den Gott Bákchos im Sinne von „dahinrasen“, „in Verzückung sein“. Seit dieser Zeit breitete sich der Kult verstärkt aus und gelangte im 2. Jahrhundert über Etrurien nach Rom.

Ursprünglich waren die geheimen Bacchus-Mysterien nur Frauen zugänglich, berichtet Livius. Dann aber habe die Priesterin Annia Paculla aus Campanien auch Männer zugelassen, Nachtfeiern eingeführt und die Anzahl der Treffen von drei im Jahr auf fünf im Monat erhöht. In der „Ungebundenheit der Nacht … sei keine Untat und keine Schandtat dort unterblieben.“ Der orientalische Geheimkult war mit der altrömischen pietas nicht zu vereinen. Doch vor allem fürchtete der Senat, daß von ihm Gefahren für die Republik ausgehen könnten. Die Plebejer M. und C. Atinius galten als Rädelsführer einer Verschwörung, über 7000 Menschen sollten daran beteiligt sein. Daher ging im Jahr 186 der römische Senat strikt gegen die Kultvereinigung vor und ließ sie in Rom und ganz Italien verbieten. Über die meisten Anhänger wurde die Todesstrafe verhängt.

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