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31.03.1492

Vertreibung der Juden

Schon seit der Antike besiedelten Juden die meisten Gebiete der Iberischen Halbinsel. Unter muslimischer Herrschaft seit dem 8. Jahrhundert erblühten Kultur und Gelehrsamkeit der sephardischen Juden; das „Volk des Buches“ konnte auf relative Toleranz hoffen, wenn auch Verfolgungen nicht ausblieben. Die Erfolge der Reconquista im Spätmittelalter brachten jedoch eine stetige Verschlechterung der Lebensverhältnisse für die jüdische Bevölkerung. Um Verfolgungen zu entgehen, konvertierten viele Juden zum Christentum. Doch machten Gerüchte die Runde, viele der conversos würden nach wie vor heimlich die jüdische Religion praktizieren. Die im Jahr 1472 eingerichtete Spanische Inquisition sollte helfen, solche „Kryptojuden“ aufzuspüren und zu bestrafen.

Am 31. März 1492 gaben die Katholischen Könige Spaniens, Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón, das Alhambra-Edikt bekannt, in dem sie die Ausweisung aller nicht-konvertierten Juden bis zum 31. Juli 1492 verfügten. Die Juden seien eine ständige Gefahr für die Christen, ein gesellschaftliches Zusammenleben zwischen Juden und Christen sei unmöglich. Zudem wurden die hohen Zinsen für christliche Schuldner bemängelt. Das Edikt gestattete den Juden, ihr Hab und Gut mitzunehmen, jedoch kein Gold oder Geld. Zwischen 130000 und 300000 Juden sollen Spanien verlassen haben. Viele wandten sich nach Portugal oder Nordafrika, andere fanden in Italien und im Kirchenstaat Aufnahme. Das Alhambra-Edikt wurde offiziell erst im späten 20. Jahrhundert außer Kraft gesetzt.

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