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13. Mai 1710

Vom Pesthaus zum Klinikum

Als im Jahr 1710 die Pest die Stadt Berlin bedrohte, war König Friedrich I. in Preußen zu schnellem Handeln gezwungen. Ein Quarantänehaus vor dem „Spandowschen Tor“ außerhalb der Stadt sollte die Bevölkerung schützen. Gottlob kam die Seuche schon bei Prenzlau zum Erliegen, und das bereits fertiggestellte Pesthaus konnte nun als Armenhospiz, Arbeitshaus für Bettler und Entbindungshaus für ledige Mütter genutzt werden. Als es 1727 in ein Militärlazarett und eine Ausbildungsstätte für Ärzte umgewandelt wurde, bestimmte König Friedrich Wilhelm: „Es soll das Haus die Charité heißen.“ Während an?gehende Ärzte ihr theoretisches Wissen im 1724 gegründeten „Collegium medico-chirurgicum“ erhielten, lernten sie in der Charité, es praktisch umzusetzen.

Das Gebäude wurde schnell von zwei auf drei Stockwerke aufge?stockt und bot bis zu 400 Kranken und Pflegebedürftigen Platz, von denen jeder auf ein eigenes Bett hoffen konnte. Nach der Gründung der Universität Berlin 1810 wurde das „Collegium medico-chirurgicum“ aufgelöst, und die Charité hatte zunächst keinen Anteil mehr an der Ärzteausbildung. Erst nach und nach zogen die einzelnen Universitätskliniken in die Charité um, die vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch berühmte Wissenschaftler wie Rudolf Virchow und Paul Ehrlich Weltruf erwarb. Aus der Fusion von Rudolf-Virchow-Klinikum und Charité ist 1998 die medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und zugleich das größte Universitätskl

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