11.11.887 Von allen verlassen - wissenschaft.de
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11.11.887

Von allen verlassen

Karl III., dritter Sohn Ludwigs des Deutschen, war der letzte Karolinger, der noch einmal das fränkische Großreich Karls des Großen faktisch in einer Hand vereinte: Nacheinander waren ihm das Ostfrankenreich und Italien, 885 schließlich auch das Westfrankenreich zugefallen. Bereits 881 war er zum Kaiser gekrönt worden. Doch Karl, später auch „der Dicke“ genannt, war mit der Führung des Riesenreichs überfordert. Den Erwartungen, mit kompromissloser Härte gegen die plündernden Normannen vorzugehen, wurde er nicht gerecht: Ein Nichtangriffspakt, mit dem er gegen eine hohe Summe den Rückzug der Normannen erkaufte, kostete ihn viele Sympathien. Zugleich wollte es ihm nicht gelingen, gegen seinen illegitimen Neffen Arnulf von Kärnten zu bestehen.

Hinzu kam, dass Karl III. offenbar seit seiner Kindheit an Epilepsie litt. Im November 887 wurde er auf eine Versammlung der ostfränkischen Großen nach Tribur gerufen. Als Arnulf mit einem Heer aus Baiern und Slawen heranrückte und Karls Getreue zum Konkurrenten überliefen, blieb dem Kaiser schließlich nur die Flucht. „Von allen verlassen“, entschloss er sich, dem Thron zu entsagen und Arnulf von Kärnten, der in Frankfurt zum ostfränkischen König gewählt wurde, zu huldigen. Karl III. blieb zwar König des Westfrankenreichs, doch hatte er auch dort faktisch keine Machtgrundlage mehr. Nur wenige Wochen nach seiner Abdankung starb er im Januar 888.

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