23. Oktober 1385 Weg frei für die Universität Heidelberg - wissenschaft.de
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23. Oktober 1385

Weg frei für die Universität Heidelberg

Als 1378 nach dem Tod Gregors XI. gleich zwei Päpste als Nachfolger gewählt wurden – Urban VI. residierte in Rom, Clemens VII. in Avignon – begann das Große Abendländische Schisma. Die folgenden Jahrzehnte waren von schweren politischen und geistigen Auseinandersetzungen geprägt. Daß die deutschen weltlichen und geistlichen Fürsten sich für Papst Urban VI. aussprachen, hatte auch für Studenten und Lehrende des Reiches einschneidende Konsequenzen: Die Universität in Paris stand ihnen nicht mehr offen.

Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz suchte einen Ausweg aus dieser Misere und begann, mit der römischen Kurie zu verhandeln. Sein Ziel: eine eigene Universität. Den ersten Schritt dazu ermöglichte Urban VI. am 23. Oktober 1385. In einer Stiftungsbulle genehmigte er dem Kurfürsten die Gründung einer Universität in Heidelberg mit den Fakultäten Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie. Offiziell gegründet wurde die Universität Heidelberg allerdings erst am 1. Oktober 1386 durch einen Stiftungsbrief Ruprechts I. Die ersten Professoren kamen aus Paris und Prag – sie hatten aufgrund der Kirchenspaltung und politischer Unruhen ihre früheren Wirkungsstätten verlassen müssen. Heidelberg ist die älteste Universität Deutschlands und nach Prag und Wien die dritte auf dem Boden des Heiligen Römischen Reiches gegründete Universität.

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