27.03.1528 Welser erhalten Venezuela - wissenschaft.de
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27.03.1528

Welser erhalten Venezuela

Um Kaiser zu werden, hatte sich Karl V. in hohe Schulden gestürzt. Allein beim Augsburger Handelshaus der Welser stand er mit über 140.000 Gulden in der Kreide; zurückzahlen konnte er nicht. Um die Forderungen seiner Gläubiger zu befriedigen, überließ er Batholomäus V. Welser die Provinz Venezuela in der Neuen Welt als Lehen. Durch einen am 27. März 1528 geschlossenen Vertrag erhielten dieser und seine Kompanie das Recht zur Kolonisierung des Gebiets und zur Einsetzung von Beamten und Gouverneuren. Zudem durften die Welser die indigene Bevölkerung versklaven und aus Afrika Sklaven einführen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Kaufleute zur Gründung von Städten bzw. Festungen und zur Abgabe eines Zehntels von dem Gold und den Edelsteinen, die sie in der Neuen Welt zu finden hofften.

1529 begann die Kolonisierung Venezuelas durch die Welser. Lange hielt das Übereinkommen jedoch nicht: 1546 kündigte Karl den Vertrag. Den Welsern, die vor allem mit dem Sklavenhandel Profit gemacht hatten und als brutale und skrupellose Ausbeuter galten, warf er Bereicherung vor, während die Bevölkerung heidnisch geblieben sei und die neugegründeten Siedlungen Neu-Augsburg und Neu-Nürnberg dem Verfall preisgegeben worden seien. Als Karl V. 1556 abdankte, verloren die Welser endgültig ihre Ansprüche in der Neuen Welt.

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