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Dezember 1317

Wider die Falschmünzer und Scharlatane

So konnte es nicht weitergehen. Schon wieder hatten Betrüger Falschgold unter die Leute gebracht. Papst Johannes XXII. glaubte die Schuldigen zu kennen: “Dumme Alchemisten versprechen Reichtum, den sie aber nicht vorweisen.” Dabei war die spätmittelalterliche Alchemie alles andere als bloße Goldmacherkunst und Quacksalberei, obgleich die Herstellung von reinem Gold oder Silber durch Umwandlung (Transmutation) eines unedlen Metalls als eine ihrer höchsten, jedoch unerreichten Disziplinen galt. Alchemisten beschäftigten sich in Theorie und Praxis mit den Naturstoffen, ihren Veränderungen und Verwandlungen. So gab es ernsthafte Naturforscher, Mediziner, Pharmazeuten und mystische Wahrheitssucher gleichermaßen unter ihren Anhängern. Doch nicht alle Adepten forschten im Laboratorium nach dem Stein der Weisen und dem Elixir des Lebens oder brüteten über der Frage, was denn nun die Welt im Innersten zusammenhält. Durch ihren philosophischen Überbau und ihre mystische Zeichensprache stand die Alchemie bald im Ruf des Magischen und Okkulten und zog Betrüger und Scharlatane in großen Scharen an. Vor allem Falschmünzer witterten ein einträgliches Geschäft. Denen wollte Johannes XXII. im Jahr 1317 nun durch ein Dekret das Handwerk legen. Wer auch immer der Herstellung und Verbreitung von Falschgold überführt wurde, mußte fortan mit Enteignung, Geldstrafen und Kerkerhaft rechnen. Klerikern sollten darüber hinaus alle Ämter und Pfründen entzogen werden. Ein generelles Verbot der Alchemie hat der Papst damit allerdings nicht ausgesprochen. Unsicherer Überlieferung zufolge soll er sogar selbst einst seinem Leibarzt Geld gegeben haben, um “aqua ardens” (Alkohol) zu destillieren und “ein gewisses geheimes Werk” für sich selbst herzustellen.

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