4. November 1184 Wider die Häretiker - wissenschaft.de
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4. November 1184

Wider die Häretiker

Papst Lucius III. hatte es nicht leicht. Hochbetagt hatte er 1181 die Nachfolge des streitbaren Alexan-der III. angetreten. Gegen die römischen Senatoren und den Stadtadel kam er nicht an und mußte nur wenige Monate nach seinem Amtsan-tritt Rom verlassen. Dabei war die Kirche gerade dabei, sich von den schweren Schäden zu erholen, die das fast 20 Jahre andauernde „Alexandrinische Schisma“ hinterlassen hatte: Auf dem dritten Laterankonzil 1179 hatten der Papst und Vertreter aller geistlichen Ränge nach einer Zeit mit zahlreichen Gegenpäpsten die wiedergewonnene kirchliche Eintracht gefeiert. Gedämpft wurde die Aufbruchstimmung schon zu diesem Zeitpunkt durch das Auftreten einiger religiöser Armutsbewegungen wie der Waldenser und Katharer, die offen Kritik an der Lehrautorität der Kirche übten. Doch gerade in dieser sensiblen Phase meinte man, die Autorität der Kirche bewahren zu müssen. Höhepunkt des Pontifikats des Lucius wurde daher eine Kirchenversammlung, die er 1184 in Verona abhielt. Mit Kaiser Friedrich Barbarossa beschloß er ein gemeinsames Vorgehen gegen die Ketzerei. Er erklärte unter anderem Waldenser und Katharer zu Häretikern und schloß sie durch Exkommunikation aus der kirchlichen Gemeinschaft aus. Mit der Bulle „Ad abolendam“ vom 4. November 1184 gab er vor allem den regionalen Bischöfen die rechtliche Handhabe, gegen die Laienbewegungen vorzugehen. Ob aber das Konzil von Verona 1184 als Geburtsstunde der Inquisition gelten darf, bleibt umstritten, denn sowohl der Begriff als auch die zentrale Behörde zur Bekämpfung der Ketzer, das officium inquisitionis, finden sich erst zur Mitte des 13. Jahrhunderts.

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