17.02.1448 Wiener Konkordat - wissenschaft.de
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17.02.1448

Wiener Konkordat

Das Abendländische Schisma, das von 1378 bis 1417 dauerte, hatte zur Wahl zweier Päpste gleichzeitig geführt. Urban VI. residierte in Rom, Clemens VII. in Avignon. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen versuchten König, Fürsten und Bischöfe im Lauf des 15. Jahrhunderts immer mehr, in kirchlichen Fragen unabhängiger zu werden. Als die kirchlichen Widersacher Papst Eugens IV. auf dem Basler Konzil einen Gegenpapst aufstellten, sprach sich der römisch-deutsche König Friedrich III. 1447 offen für Papst Eugen IV. als den „richtigen“ Papst aus. Dafür forderte er allerdings Gegenleistungen von Eugen, unter anderem das Zugriffsrecht auf eine größere Anzahl freiwerdender kirchlicher Pfründen. Da Eugen IV. noch 1447 starb, konnte keine abschließende Einigung erzielt werden.

Friedrich griff die Verhandlungen mit Eugens Nachfolger Nikolaus V. wieder auf. Am 17. Februar 1448 schloss der König mit dem Apostolischen Stuhl das „Wiener Konkordat“. Darin wurde festgelegt, dass der Papst alle Ämter neu besetzen dürfe, deren Inhaber innerhalb zweier Tagesreisen von Rom verstarben. Der Papst wiederum bestätigte das Recht der nicht direkt dem Heiligen Stuhl unterstellten Domkapitel und größeren Klöster, Bischöfe und Äbte selbst zu wählen. Nur in den ungeraden Monaten lag die Nachbesetzung vakanter niederer Pfründen (Pfarreien oder Kanonikate) beim Papst, ansonsten aber beim zuständigen Pfründeninhaber (Kollator). In Österreich ermöglichte das Abkommen die Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse, etwa die Einrichtung eines Bistums Wien.

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