25.03.1811 Zucker aus Rüben - wissenschaft.de
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25.03.1811

Zucker aus Rüben

Jahr für Jahr waren es rund 256000 Tonnen Rohrzucker, die auf den Plantagen Zentralamerikas zu Beginn des 19. Jahrhunderts angebaut und von Sklaven geerntet wurden. Einen großen Teil transportierten englische Schiffe nach Europa. Als der französische Kaiser Napoleon Bonaparte am 25. März 1811 anordnete, anstelle der überseeischen Zuckerimporte die einheimische Rübenzuckerindustrie zu fördern, war dies jedoch kein Protest gegen die Sklaverei, sondern machtpolitisches Kalkül: Seit 1810 war es Ziel der französischen Blockadepolitik, jegliche Importe nach Kontinentaleuropa mit einem Zoll zu belegen, um die dominierende Handelsmacht, den Erzfeind England, vom europäischen Markt abzuschneiden. Dies betraf auch den Rohstoff Zucker, der nun aus der Zuckerrübe gewonnen wurde, einer Züchtung des Direktors der Königlich-Preußischen Akademie Franz Carl Achard.

Rund 32000 Hektar sollten sofort als Anbaufläche bereitgestellt werden, doch die erste Ernte blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Im folgenden Jahr verfügte der Kaiser, den Anbau auf den gesamten französischen Herrschaftsbereich auszudehnen, somit auch auf die von Frankreich besetzten deutschen Staaten. Nach einem ersten Einbruch nach Ende der napoleoni‧schen Herrschaft stabilisierte sich in den 1840er Jahren die industrielle Zuckerherstellung durch ständige Weiterentwicklung der Verfahren. Bis 1880 konnte die Rübenzuckerproduktion auf fast zwei Millionen Tonnen gesteigert werden.

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