Bild der Woche

Wissenschaftsbild der Woche

18.01.2018

"Ich" und "Andere" im Hippocampus

Um sich mit Artgenossen auszutauschen, in der Gruppe zu navigieren oder durch Nachahmen von anderen zu lernen, ist es wichtig, dass sozial lebende Tiere ein Gefühl dafür haben, wo sie und andere Individuen sich befinden. Welche Neuronen am Wissen um die eigene Position beteiligt sind, wurde von Forschern bereits ausgiebig untersucht. Doch bisher ist wenig darüber bekannt, wie und wo das Gehirn andere Individuen wahrnimmt. Zwei jüngst erschienene Studien des Weizmann Institute of Science in Israel und des RIKEN Brain Science Institute in Japan haben sich dieser Frage gewidmet. Während die japanischen Wissenschaftler die Vorgänge im Ratten-Gehirn näher unter die Lupe nahmen, untersuchten die israelischen Forscher, was in den Köpfen von Fledermäusen vor sich geht. Im Fokus der Arbeiten stand der Hippocampus. In diesem Teil des Gehirns wird nicht nur der Grundstein für Lernprozesse gelegt, sondern auch eine Art Raumkarte der jeweils aktuellen Umgebung angefertigt.

Im Fledermaus-Experiment schaute eine Beobachter-Fledermaus einem Artgenossen beim Anflug auf eines von zwei Zielen zu. Nach etwas Wartezeit sollte sie den gleichen Anflug-Weg wählen, um eine Belohnung zu erhalten. Während die Fledertiere dieser Aufgabe nachgingen, zeichneten die Forscher um David Omer die Aktivität von über 350 Neuronen im Hippocampus auf. In einem zweiten Experiment zeigte kein Artgenosse, sondern ein lebloses, bewegtes Objekt der Beobachter-Fledermaus den richtigen Weg. Durch einen Vergleich der neuronalen Aktivität in beiden Versuchen identifizierte Omers Team eine Gruppe von Zellen, die speziell auf Artgenossen reagierte.

Der japanische Versuchsaufbau setzte darauf, dass sich eine Ratte im Labyrinth für einen Weg entscheiden musste: Bei einer Variante wurde sie darauf trainiert, zur der Seite zu laufen, wo sich bereits eine andere Ratte aufhielt, um eine Belohnung zu erhalten. In einer zweiten Variante sollte sie sich für die entgegengesetzte Seite entscheiden. Mithilfe ihrer Ergebnisse konnten die Wissenschaftler um Teruko Danjo die Neuronen bestimmen, die durch ihre Aktivität die genaue Position eines Artgenossen verschlüsselten.

Foto: Brock Fenton

© wissenschaft.de – Jana Burczyk
18.01.2018

Schnelles Sternenleben weiter

Ich sehe was, was du nicht siehst weiter

Surfen für die Wissenschaft weiter

Geheimnisvoller Riese weiter

Buntes Durcheinander im Fliegengehirn weiter

Gentechnik gegen Malaria weiter

Blinde Bewohner des Meeresgrunds weiter

Minustrend in der Arktis weiter

Geschichten für den Umweltschutz weiter

Tierischer Blick für Farben weiter

Drei-Generationen-Haus im Orion weiter

Proteine unterm Kryo-Mikroskop weiter

Moleküle aus der Supernova weiter

Rettungspläne für Monarchen weiter

Bakterien stürmen Israel weiter

Männermangel bei Klimawandel weiter

Reis-Mosaik von Menschenhand weiter

Der älteste Pilz der Welt weiter

Frosch mit Durchsicht weiter

Gefährliche Schönheit weiter

Ohren auf – und ab! weiter

Gletscher im Schmelztiegel weiter

600 Millionen Jahre junge Galaxie weiter

Zahnschuppen ums Maul weiter

Kauziger Repräsentant weiter

Schmelzwasser statt Meteorit weiter

Ultrakalter Quantentropfen weiter

Himmel in Radio-Farben weiter

Forschungsstation als Bewegungskünstler weiter

Janusköpfiger Parasit weiter

Drei Millionen Jahre jung weiter

Leuchtende Sternenstube weiter

Virtuelle Reise ins Gehirn weiter

Die Drachen im Insektenreich weiter

Regenwald im Radarblick weiter

Ein Bild vom Unsichtbaren weiter

Plutos emsige Eismassen weiter

Blaue Gedächtnislücken weiter

Rembrandt aus dem Rechner weiter

Weltraumspinne bewacht junge Sterne weiter

Schnell-Schnapper-Spinne weiter

Einblick ins Gedächtnis weiter

Stubenhocker und doch fit weiter

Gefärbte Tumorgenese weiter

Bedeutende Bernstein-Blüte weiter

Winzig und weltweit einzigartig weiter

Demografie der Milchstraße weiter

Himmelszelt des Südens weiter

Wasserstoffblonde Himmelskarte weiter

Diffuser Masseverlust weiter

Gefiederter Klimabotschafter weiter

Kosmisches Jubiläumsspektakel weiter

Haarige Angelegenheit weiter

Vom schönen Schwan zum hässlichen Entlein weiter

Biene mit Huckepack-Sensor weiter

Die kleinste Schnecke der Welt weiter

Blutroter Weltraum-Hummer weiter

Mikrohirn im Makroblick weiter

Kosmischer Schmetterling weiter

Fleischfressender Facebook-Fund weiter

Afrika zerbricht

Dass Südamerika und Afrika einmal eine große Landmasse bildeten, lässt sich noch heute am Verlauf ihrer Küsten erkennen. Im östlichen Teil Afrikas ist nun ein neuer Riss entstanden. Das sogenannte Rifting, das Zerbrechen eines Kontinents, ist hier in vollem Gange. weiter

Von wegen Roter Planet weiter

Wunderwesen unter Wasser weiter

Lebensspuren unter Glas? weiter

Springspinne mit Sonnenbrille weiter

Feuerwerk zum Jubiläum weiter

Meister des Unsichtbaren weiter

Psychedelische Impression weiter

Von der Sonne kommt die Kraft weiter

Fruchtbare Fruchtfliegen weiter

Insektenforscher spielen Lego weiter

Erde in der dritten Dimension weiter

Gehörnte Neuentdeckung weiter

Gefährliche Schönheit weiter

Mikroskopische Strömungen weiter

Farbenprächtiger Grünspecht weiter

Tödliche Schönheit aus dem Meer weiter

 

 

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Droht ein Massensterben der Primaten? Eine groß angelegte Studie kommt zu diesem Schluss. Mittlerweile sind rund 60 Prozent aller Affenarten vom Aussterben bedroht, weil der Mensch die Lebensräume der Tiere zerstört. Doch noch ist Zeit, die Vielfalt der Primaten zu retten. Unsere Bildergalerie bietet einen Einblick in die Welt der Affen. weiter

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Wo genau liegen die Bissago-Inseln? Und wie sieht es dort aus? Der "Satelliten Weltatlas" gibt Antwort auf beide Fragen – nicht nur für die Bissago-Inseln von Guinea-Bissau, sondern auch für viele weitere Regionen. Karten und Satellitenbilder laden ein auf eine Weltreise vom heimischen Wohnzimmer aus. weiter

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Ein bisschen mehr Fett auf den Rippen macht widerstandsfähig. Und eine Mischkost ist die gesündeste Ernährung. Einfache Wahrheiten, die der Professor für Ernährungswissenschaft Hans Konrad Biesalski in seinem Buch überzeugend vertritt.

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