Bild der Woche

Wissenschaftsbild der Woche

16.11.2017

Goldener Käfig

Am CERN in der Schweiz tüfteln Forscher derzeit an zwei kubischen Kammern. In den Würfeln mit zwölf Metern Seitenlänge wollen die Physiker im Rahmen des DUNE-Projekts Neutrinos aufspüren und ihr Verhalten studieren. Neutrinos sind elektrisch neutrale, massearme Teilchen und lassen sich kaum nachweisen. Neutrinos entstehen beispielsweise bei Kernreaktionen, in der Sonne oder anderswo im Universum und sind praktisch allgegenwärtig. Meist durchdringen sie jegliche Materie und treten nur selten damit in Wechselwirkung, etwa nur wenn sie auf große Atomkerne treffen. Das heißt: Je dichter das Material und je größer dessen Atomkerne sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Atomkerne und Neutrinos zusammenstoßen.

Stößt ein Neutrino auf einen Atomkern, setzt das eine Kettenreaktion in Gang, bei der mehrere Elektronen freigesetzt werden. Um diese zu detektieren und so mehr über die Neutrinos selbst zu erfahren, sollen die beiden 1728 Kubikmeter großen CERN-Kammern – NP02 und NP04 getauft – mit dem Edelgas Argon gefüllt und auf -184°C abgekühlt werden. Bei dieser Temperatur wird das Gas in den Kammern flüssig. In diesem Aggregatzustand nimmt Argon die größtmögliche Dichte an, in der sich Elektronen noch gut ausbreiten können. Zudem ist Argon besonders reaktionsträge, sodass die freigesetzten Elektronen anschließend nicht noch einmal mit anderen Argon-Atomen interagieren.

Sind die Kammern mit etwa 800 Tonnen flüssigem Argon gefüllt, werden sie mit Neutrinos aus dem Teilchenbeschleuniger CERN beschossen. Unter der golden schimmernden Edelstahlbeschichtung von NP02 und NP04 verbergen sich Elektronen-Detektoren, die dann die Messung aufnehmen. "Mehr über Neutrinos zu lernen hilft uns, besser zu verstehen, wie sich das frühe Universum entwickelt hat und warum die Welt aus Materie besteht und nicht aus Antimaterie", sagt Stefania Bordoni vom CERN, die sich mit der Entwicklung von Neutrino-Detektoren beschäftigt.

2018 nehmen NP02 und NP04 ihre Arbeit auf. Ende der 2020er-Jahre soll dann ein 20-fach größeres Experiment in der Sanford Underground Research Facility im US-Bundesstaat South Dakota starten.

Foto: Maximilien Brice

© wissenschaft.de – Jana Burczyk
16.11.2017

Geheimnisvoller Riese weiter

Buntes Durcheinander im Fliegengehirn weiter

Gentechnik gegen Malaria weiter

Blinde Bewohner des Meeresgrunds weiter

Minustrend in der Arktis weiter

Geschichten für den Umweltschutz weiter

Tierischer Blick für Farben weiter

Drei-Generationen-Haus im Orion weiter

Proteine unterm Kryo-Mikroskop weiter

Moleküle aus der Supernova weiter

Rettungspläne für Monarchen weiter

Bakterien stürmen Israel weiter

Männermangel bei Klimawandel weiter

Reis-Mosaik von Menschenhand weiter

Der älteste Pilz der Welt weiter

Frosch mit Durchsicht weiter

Gefährliche Schönheit weiter

Ohren auf – und ab! weiter

Gletscher im Schmelztiegel weiter

600 Millionen Jahre junge Galaxie weiter

Zahnschuppen ums Maul weiter

Kauziger Repräsentant weiter

Schmelzwasser statt Meteorit weiter

Ultrakalter Quantentropfen weiter

Himmel in Radio-Farben weiter

Forschungsstation als Bewegungskünstler weiter

Janusköpfiger Parasit weiter

Drei Millionen Jahre jung weiter

Leuchtende Sternenstube weiter

Virtuelle Reise ins Gehirn weiter

Die Drachen im Insektenreich weiter

Regenwald im Radarblick weiter

Ein Bild vom Unsichtbaren weiter

Plutos emsige Eismassen weiter

Blaue Gedächtnislücken weiter

Rembrandt aus dem Rechner weiter

Weltraumspinne bewacht junge Sterne weiter

Schnell-Schnapper-Spinne weiter

Einblick ins Gedächtnis weiter

Stubenhocker und doch fit weiter

Gefärbte Tumorgenese weiter

Bedeutende Bernstein-Blüte weiter

Winzig und weltweit einzigartig weiter

Demografie der Milchstraße weiter

Himmelszelt des Südens weiter

Wasserstoffblonde Himmelskarte weiter

Diffuser Masseverlust weiter

Gefiederter Klimabotschafter weiter

Kosmisches Jubiläumsspektakel weiter

Haarige Angelegenheit weiter

Vom schönen Schwan zum hässlichen Entlein weiter

Biene mit Huckepack-Sensor weiter

Die kleinste Schnecke der Welt weiter

Blutroter Weltraum-Hummer weiter

Mikrohirn im Makroblick weiter

Kosmischer Schmetterling weiter

Fleischfressender Facebook-Fund weiter

Von wegen Roter Planet weiter

Wunderwesen unter Wasser weiter

Lebensspuren unter Glas? weiter

Springspinne mit Sonnenbrille weiter

Feuerwerk zum Jubiläum weiter

Meister des Unsichtbaren weiter

Psychedelische Impression weiter

Von der Sonne kommt die Kraft weiter

Fruchtbare Fruchtfliegen weiter

Insektenforscher spielen Lego weiter

Erde in der dritten Dimension weiter

Gehörnte Neuentdeckung weiter

Gefährliche Schönheit weiter

Mikroskopische Strömungen weiter

Farbenprächtiger Grünspecht weiter

Tödliche Schönheit aus dem Meer weiter

 

 

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Blick aus dem All

Ameisenklein und bunt erscheinen die Schiffscontainer aus der Luft. Sie vermitteln einen Eindruck, wie riesig der Hafen von Antwerpen eigentlich ist. Ein Anblick, der sich so nur von oben bietet. Der Bildband "Overview" zeigt, wie eindrucksvoll unser Planet aus dem All aussieht, aber auch wie stark der Mensch die Erde verändert hat. weiter

Bedrohte Verwandte

Droht ein Massensterben der Primaten? Eine groß angelegte Studie kommt zu diesem Schluss. Mittlerweile sind rund 60 Prozent aller Affenarten vom Aussterben bedroht, weil der Mensch die Lebensräume der Tiere zerstört. Doch noch ist Zeit, die Vielfalt der Primaten zu retten. Unsere Bildergalerie bietet einen Einblick in die Welt der Affen. weiter

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Wo genau liegen die Bissago-Inseln? Und wie sieht es dort aus? Der "Satelliten Weltatlas" gibt Antwort auf beide Fragen – nicht nur für die Bissago-Inseln von Guinea-Bissau, sondern auch für viele weitere Regionen. Karten und Satellitenbilder laden ein auf eine Weltreise vom heimischen Wohnzimmer aus. weiter

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Nach einem gewaltigen Krach blieb die St. Petersglocke im Kölner Dom still. Ein Ingenieursteam begab sich auf Spurensuche und brachte die Glocke wieder zum Läuten. Fünf Jahre nach dem Klöppelsturz kamen die Glockendoktoren zurück – zur Kontrolle. bild der wissenschaft-Fotograf Ralf Baumgarten war dabei. weiter

 

 

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Harte Nuss
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Resilienz ist die Fähigkeit, trotz widriger Umstände ohne große Blessuren im Leben zu stehen. Aber ist sie eine Charaktereigenschaft oder wird sie bei einem Prozess erworben? Jenseits der vielfältigen Ratgeberliteratur ein kundiges Werk zum Thema.

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