Sonderhefte

bild der wissenschaft plus - die kostenlose Sonderausgabe

Mehrmals im Jahr bereichert eine mindestens 36 Seiten umfassenden Sonderausgabe das reguläre Heft. bild der wissenschaft plus oder das neue Format bild der wissenschaft research geben den Lesern einen einzigartigen Einblick in die Forschung großer Institutionen und die durch wissenschaftsnahe Stiftungen geförderten Projekte. Diese Sonderausgaben werden mit gleicher Sorgfalt wie das Hauptheft produziert:  von den besten Wissenschaftsjournalisten recherchierte Inhalte, visualisiert durch aufwendige Fotoproduktionen. Beispiele sind Ausgaben über die Sieger im jährlichen Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft, exzellente Forschungsbereiche, unterstützt durch die Baden-Württemberg Stiftung, die Klimaforschung am GeoForschungsZentrum in Potsdam oder die kühnen Projekte der molekulare Medizin am Max-Delbrück-Centrum in Berlin.
 

Stöbern Sie doch ein bisschen - wählen Sie einfach ein Cover aus und Sie erfahren gleich, worum es in dem entsprechenden Sonderheft geht. Und wenn es Ihnen Spaß macht oder Sie interessiert, laden Sie sich einfach das vollständige Heft herunter, ganz handlich im  pdf-Format.

 

Viel Spaß wünscht Ihnen

Wolfgang Hess, Chefredakteur

bild der wissenschaft THEMENHEFT 2015

POWER FÜRS HIRN

Was Stimulanzien wirklich leisten

Millionen Deutsche dopen sich fit für den Job,

titelte vor Kurzem die Tageszeitung „Die Welt". Basis dieser Schlagzeile auf Seite 1 war der jüngst erschienene Gesundheitsreport der „DAK-Gesundheit". Nach einer Studie dieser Krankenkasse schlucken gegenwärtig fast drei Millionen Menschen in Deutschland ohne medizinischen Grund verschreibungspflichtige Medikamente, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein.

Wundert uns das? Kaum! Schon immer haben Menschen zu Stimulanzien gegriffen, um sich Freude zu verschaffen, um sich abzulenken, um sich leistungsfähiger zu machen. Hirndoping ist keine Erfindung unserer Zeit. Allerdings gab es nie zuvor so viele Wissenschaftler, die sich aus ganz unterschiedlichen Perspektiven mit der Frage auseinandersetzen, wie man die natürliche Leistung des menschlichen Gehirns verbessern könnte. Die Protagonisten des Neuroenhancement – wie es in der Fachsprache heißt – versprechen, uns klüger und effizienter zu machen: durch Gehirnjogging, Medikamente, Magnetfelder, Implantate …

Ansätze, die Gehirnleistung zu verbessern, passen in unsere Zeit, in der das Besser, Weiter, Fitter viele Anhänger hat. Deshalb bin ich mir sicher, dass es in Deutschland immer mehr Menschen geben wird, die ihre Hirnleistung mit modernen Methoden aufbessern wollen. China und die USA scheinen mir ebenfalls ein guter Nährboden für Hirntuning zu sein.

Allerdings werden auch viele kritische Stimmen laut, die vor Hirndoping warnen. Schon allein, weil dadurch die Gesundheit des Einzelnen leiden könnte, aber natürlich auch, weil wir uns fragen müssen, ob wir wirklich eine Gesellschaft wollen, in der stets nur der Beste zählt.

Die Brisanz, die im Hirndoping steckt, hat die Redaktion von bild der wissenschaft veranlasst, ein Themenheft „Power fürs Hirn" zu gestalten. Wie facettenreich das Thema ist, dokumentieren die 22 Einzelbeiträge. Das sind deutlich mehr große Artikel, als Sie in den bdw-Monatsausgaben finden. Fest steht: Wer die vorliegende Ausgabe gelesen hat, kann beim Neuroenhancement profund mitreden.

Dass wir gerade jetzt ein Themenheft zu dieser aktuellen Problematik vorlegen, verdanken wir der Biologin und Wissenschaftsjournalistin Dr. Wiebke Rögener. Die Münsteranerin veröffentlichte im vergangenen Jahr ein Buch über das „Hyperhirn", das die Grundlage für dieses bdw-Themenheft bildet. Im Team mit dem langjährigen bdw-Autoren und Chemiker Dr. Frank Frick gelang ein einzigartiger Einblick in das, was menschliche Gehirne können, was sie können sollen und warum sie manches nicht können sollten.

Die originellen Illustrationen von Matthias Schwoerer werden es Ihnen leichter machen, sich mit dem anspruchsvollen Thema zu beschäftigen. Auch er begleitet bild der wissenschaft schon seit Jahren.

Ich wünsche Ihnen Inspiration bei der Lektüre dieses brandaktuellen bild der wissenschaft-Themenheftes.

Wolfgang Hess
Chefredakteur

 

Hier können Sie das Themenheft bestellen.

bild der wissenschaft SPEZIAL 01/2015

15 NATIONALE GEOPARKS

mit tollen Touren und wertvollen Tipps

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Sommer rückt näher, die Tage werden länger und locken zu Entdeckungen in die Natur. Mit diesem Heft wollen wir Sie dazu mit besonderen Vorschlägen ausstatten: Wir stellen Ihnen Deutschlands Geoparks vor und laden Sie ein, sich aktiv mit uns auf eine Zeitreise in die Vergangenheit unseres Planeten zu begeben.

Mit viel Enthusiasmus und Leidenschaft für Themen der Geologie, aber auch benachbarter Felder haben die Verantwortlichen in den Geoparks in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren eine beachtliche Infrastruktur geschaffen, die die jeweiligen erdgeschichtlichen Zusammenhänge verständlich macht und die eindrucksvollsten geologischen Naturdenkmale – aber auch kulturhistorische Zeugnisse – für uns alle erlebbar macht.

Die Geoparks ermöglichen es ihren großen und kleinen Besuchern, die Besonderheiten und Schönheiten aktiv kennenzulernen und die Schätze der Natur auf Erlebnispfaden, in Ausstellungen oder bei spannenden Aktivitäten zu entdecken. Ob Dinofährten, Höhlenexpeditionen oder eine Wattwanderung unter Tage, ob „Einfahren" im Besucherbergwerk oder die Entdeckung außergewöhnlicher Steinbrüche als offene Fenster in die Erdgeschichte – Geoparkbesuche sind ein Erlebnis für die ganze Familie. Und auch Genießer kulinarischer Köstlichkeiten kommen in Geoparks auf ihre Kosten.<p>Unser großes Ziel ist es, mehr Menschen für geowissenschaftliche Themen zu begeistern. Zugleich geht es darum, die besonderen geologischen Naturdenkmale, die Geotope, zu schützen und für nachfolgende Generationen zu erhalten. Dieser Gedanke ist nicht neu, schließlich geht der Begriff „Naturdenkmal" auf den großen Naturforscher und Geografen Alexander von Humboldt zurück.

Heute ist der Geotourismus in erster Linie eine Chance, die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Geoparkregionen zu fördern. Dieses bild der wissenschaft SPEZIAL, dieser neuartige Reiseführer in die Erdgeschichte, lädt Sie ein, die Geoparks in Deutschland zu besuchen und ihre vielfältigen Angebote kennenzulernen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erlebnisreichen Sommer in den Geoparks!

Prof. Manfred Strecker, PhD
Präsident der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung

 

Hier können Sie den Reiseführer Erdgeschichte bestellen.

bild der wissenschaft PLUS 1/2015

SPRÜHENDE IDEEN

Die aktuelle Dynamik in der Materialforschung

Clevere Tricks und Erfindergeist

Es gibt Themen, die die breite Öffentlichkeit wenig faszinieren. Werkstoffforscher haben mit einem solchen Aufmerksamkeitsdefizit ihre Probleme. Manche unter ihnen geben das unumwunden zu. Beleg für das Manko ist schon der Blick auf die Themen der Wissenschaftsjahre, die in Deutschland seit 2000 veranstaltet werden. Da gab es ein Jahr der Physik, der Technik, der Geowissenschaften, ein Jahr der digitalen Gesellschaft und sogar der Chemie. Doch das Jahr der Werkstoffforschung sucht man vergebens.

Dabei ist die Werkstoffforschung gerade für ein so industrialisiertes und gleichzeitig rohstoffarmes Land wie Deutschland essenziell. Denn technische Innovationen und damit neue Produkte lassen sich häufig nur dann entwickeln, wenn neue oder zumindest optimierte Werkstoffe zur Anwendung kommen. Wie spannend die Suche danach ist, wie trick- und erfindungsreich sich dabei Wissenschaftler ans Werk machen, offenbart Ihnen diese Sonderausgabe von bild der wissenschaft.

Ganz gleich, ob es sich um für den Körper besser verträgliche Implantate handelt, um Computerchips, die sich selbst konstruieren, oder um aufprallhemmende Helme, die Seeigel-Stacheln nachempfunden sind, – die Baden-Württemberg Stiftung unterstützt eine Vielzahl erfolgversprechender Forschungsansätze, die das Grundlagenstadium schon verlassen haben und auf dem Weg in Industrieanwendungen sind.

Die hier vorgestellten Entwicklungen haben bereits zu einer Reihe von Patentanmeldungen geführt. Erteilte Patente gehören dann der Stiftung. Lizenzen dafür sollen vor allem an die Industrie im Südweststaat vergeben werden.

Das Stiftungsvermögen in Höhe aktuell 2,4 Milliarden Euro stammt übrigens aus dem Verkauf der Anteile am Energieversorger EnBW im Jahr 2000. Mit diesem Modul einer cleveren Forschungs- und Industriepolitik will Baden-Württemberg punkten: Auf dass dort der Wohlstand weiter wächst.

Wolfgang Hess
Chefredakteur

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bild der wissenschaft plus 11/2014

KLAUS TSCHIRA PREIS für verständliche Wissenschaft - Die Preisträger 2014

Weit mehr als ein Preis!

51 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den seit 2006 deutschlandweit ausgeschriebenen Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft erhalten. Die Arbeiten der sechs aktuellen Preisträger sind Hauptbestandteil dieses bild der wissenschaft plus. Der Klaus Tschira Preis – übergeben in einer festlichen Veranstaltung und verbunden mit einem Preisgeld von 5000 Euro – soll die Sieger ein Forscherleben lang anspornen, sich neben der wissenschaftlichen Exzellenz um eine verständliche Darstellung zu bemühen, wenn es darum geht, die breite Öffentlichkeit zu informieren.

Um Preisträger und alle anderen 1500 Bewerber noch besser für diese Aufgabe zu qualifizieren, kamen die Mitarbeiter der Klaus Tschira Stiftung schon 2009 auf die Idee, den Workshop „Wissenschaftskommunikation" anzubieten: erst eintägig, seit 2013 zweitägig. In ihm vermittelt Carsten Könneker, Wissenschaftlicher Direktor des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation und Chefredakteur im Verlag Spektrum der Wissenschaft, wie zeitgemäßes Kommunizieren aussehen muss. Am zweiten Seminartag analysiert der Wissenschaftsjournalist Martin Roos die eingereichten Beiträge für den Klaus Tschira Preis individuell und vermittelt gleichzeitig wesentliche journalistische Darstellungsformen.

74 Frauen und Männer haben die Workshops jüngst besucht. Das sind 42 Prozent aller Bewerber um den Klaus Tschira Preis 2013. Darunter war Dörte Beigel, die als Postdoc am „Interdisciplinary Center für Scientific Computing" (IWR) der Universität Heidelberg arbeitet. Es war ihr erster Workshop dieser Art. Als sie von der Stiftung eingeladen wurde, zögerte sie keine Minute, dafür Zeit aufzubringen. „Was mir sehr gut gefallen hat, war das strukturierte Nachdenken über Wissenschaftskommunikation. Ich habe gelernt, wie ich eine Kernbotschaft herausarbeite, zielgruppengerecht kommuniziere und welcher Stil hierfür besonders geeignet ist." Beigel nutzte soeben ihr neu gewonnenes Wissen beispielsweise, um ihr Fachgebiet im Rahmen des Heidelberg Laureate Forums 2014 vorzustellen.

Apropos: Das Heidelberg Laureate Forum ist eine gemeinsame Initiative der Klaus Tschira Stiftung und ihres Forschungsinstituts, des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien. Ziel der Initiative (Beitrag ab Seite 4) ist es, Mathematikern und Informatikern ein ähnliches Netzwerktreffen zu ermöglichen, wie es die Lindauer Nobelpreisträgertagungen seit vielen Jahrzehnten bieten.

Die Aktivitäten der Klaus Tschira Stiftung gehen somit weit über die Vergabe eines Preises hinaus. „Unser Wohlstand und unsere Kommunikation beruhen auf den Naturwissenschaften, ebenso wie auf der Mathematik und der Informatik. Damit unsere Gesellschaft auch zukünftig auf den Ergebnissen dieser Fachgebiete aufbauen kann, unterstützt die Klaus Tschira Stiftung Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zu deren Wertschätzung beitragen", beschreibt die Stiftung ihr Ziel.

Stifter wie Klaus Tschira verschaffen Deutschland somit zusätzliche Perspektiven.

Ihr Wolfgang Hess, Chefredakteur

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bild der wissenschaft SPEZIAL 02/2014

KOSMOLOGIE - AM ANFANG WAR DER URKNALL

ZEITREISE Vom Feuerball zu den ersten Galaxien

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir leben im Goldenen Zeitalter der Kosmologie. Erstmals beginnt der Mensch, den Ursprung des Universums im Detail zu verstehen – nicht als mythische Erzählung, religiöses Dogma oder philosophische Spekulation, sondern auf harter, überprüfbarer wissenschaftlicher Basis.

Vor 100 Jahren wären diese Einsichten noch völlig unmöglich gewesen. Nicht einmal die theoretische Grundlage gab es damals. Die Allgemeine Relativitätstheorie war nicht vollendet, die Quantentheorie erst im Anfangsstadium. Vor genau 50 Jahren haben Wissenschaftler wichtige Meilensteine gesetzt: Das Standardmodell der Elementarteilchen (Quark-Modell und Higgs-Mechanismus) wurde entwickelt, und die Kosmische Hintergrundstrahlung wurde entdeckt. Sie gilt bis heute als eines der besten Indizien für den Urknall. Und sie birgt vielsagende Spuren, aus denen Kosmologen inzwischen das Alter, die Entwicklung und die Zusammensetzung des Universums äußerst präzise errechnen können. Seit noch nicht einmal 20 Jahren gibt es ein „Standardmodell" der Kosmologie, das alle Daten widerspruchsfrei beschreibt. Und erst in jüngster Zeit ist es den Forschern gelungen, den Zustand des frühen Universums hier auf der Erde nachzuahmen – im Teilchenbeschleuniger LHC am CERN bei Genf –, und mit dem Planck-Satelliten das Wispern des Urknalls so genau wie überhaupt möglich zu messen. bild der wissenschaft hat das Abenteuer der Weltentstehung und der Erforschung des Universums in dieser Sonderausgabe unterhaltsam und leicht verständlich nachgezeichnet. Dieses Heft beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Urknall-Modells, Irrwege und Alternativen sowie die großartigen Bestätigungen der theoretischen Voraussagen. Sogar andere Universen sind kein Tabu-Thema mehr in der Kosmologie.

Auf den folgenden Seiten geht es auch um die allerneuesten Erkenntnisse, die das Teleskop BICEP2 gewonnen hat: Im März gab das amerikanische Forscherteam, das dieses Spezialobservatorium am Südpol betreibt, eine Sensation bekannt: Die Wissenschaftler haben wohl Gravitationswellen von der Epoche der Kosmischen Inflation gemessen, die das Universum einst groß gemacht hat. Falls sich das bestätigen lässt, sind die Kosmologen bis auf 10–34 Sekunden an den Urknall herangekommen. Auch diese Daten passen zur Existenz anderer Universen.

Willkommen im Multiversum!

Rüdiger Vaas
Astronomie- und Physik-Redakteur von bild der Wissenschaft

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bild der wissenschaft plus 01/2014

AUF IN DIE ZUKUNFT!

Eine Sonderpublikation in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft

Zukunftsmedizin:
Haut vom Organ-Designer

Energiespeicher:
Windstrom besser bunkern

Fraunhofer-Präsident Neugebauer im Interview:
Deutschlands Weg zur Weltspitze

Leichtbau:
Karbon von der Rolle

Weg vom Erdöl:
Faule Tomaten in den Tank

Fabrik von morgen:
Roboter lernen das Sparen


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bild der wissenschaft SPEZIAL 01/2014

GEHEIMNISVOLLE HOCHKULTUREN

Wiege der Zivilisation

ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Hallo zusammen,

warum ein Themenheft über Hochkulturen? Und was soll an ihnen „geheimnisvoll" sein, wie es die Coverzeile verspricht? Da lasse ich gern Friederike Fless zu Worte kommen, die Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts. In unserem Interview auf Seite 38 antwortet sie auf die Frage, welche frühe Hochkultur noch die meisten Rätsel berge, lakonisch: „Jede!" Und nennt dann doch die 10.000 Jahre alten Ringmauern und Steinpfeiler im anatolischen Göbekli Tepe als rätselhaftesten Ort mit Hochkultur-Appeal.

Mesopotamien und Ägypten – das sind die Klassiker aus den Schulbüchern, mit allen Zutaten, die man gemeinhin von einer Hochkultur erwartet: große Flüsse, zentrale Verwaltung, hierarchisch gegliederte Gesellschaft, Erfi ndung von Schrift und Zahlen als Verwaltungsinstrumente.

Schon für die Indus-Kultur stimmt das so nicht mehr: Da sind zwar große Flusssysteme. Doch in den Städten fehlen repräsentative Gebäude, die nach Machtzentralen aussehen. Ein Volk ohne Herrscher? Und von einem Schriftsystem lässt sich angesichts der wenigen bildhaften Symbole auf Rollsiegeln und Töpferwaren der Indus-Kultur auch nicht reden. Bei den Steppenkulturen Zentralasiens fehlen die Flüsse sogar gänzlich. Hier muss im Gegenteil die Trockenheit als kulturstiftendes Moment herhalten. Kurz: Um zu verstehen, wie Hochkulturen entstehen, müssen die Forscher back to the roots – teils noch vor den Beginn der Jungsteinzeit mit Ackerbau und Viehzucht.

Da sind es schlicht die Menschen selbst, die den Unterschied zu den Kleingruppen der altsteinzeitlichen Jäger-Sammler-Kulturen machen. Kleingruppen und Clans treffen mit anderen zusammen, vermutlich getrieben von gemeinsamen Feiern und Riten, lernen schließlich das Zusammenleben in Verbänden von Hunderten und Tausenden von Unbekannten – ohne einander die Köpfe einzuschlagen. Erst danach kam wohl durch den Zwang, diese Ansammlungen mit Lebensmitteln zu organisieren, alles andere, was uns hochkulturell erscheint.

Ich hoffe, Sie haben Lust bekommen, in dieses erste bild der wissenschaft SPEZIAL reinzulesen. Wenn Sie zu blättern beginnen, werden Sie an vielen Stellen hängenbleiben, um zu erfahren, wie es um die Aufl ösung der Geheimnisse inzwischen steht.

Viel Vergnügen dabei wünscht

Wolfgang Hess
Chefredakteur bild der wissenschaft

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bild der wissenschaft plus 11/2013

KLAUS TSCHIRA PREIS für verständliche Wissenschaft - Die Preisträger 2013

Wie der Preis eine Laufbahn formt

Seine Welt ist das Meereis und der hohe Norden. Bereits einen Teil des Meteorologie-Studiums absolvierte er am University Centre in Svalbard (dem norwegischen Namen von Spitzbergen) in Longyearbyen. Einen Artikel über seine Doktorarbeit über die Dynamik des Salzgehaltes bei Meereis reichte er 2007 beim Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft ein, den er im Wettstreit mit vielen anderen Bewerbern im Fach Physik prompt gewann. Seit 2008 ist Dr. Dirk Notz Leiter der neun Mitarbeiter umfassenden Forschungsgruppe „Meereis im Erdsystem" am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

Die Bewerbung um den Klaus Tschira Preis und die Auszeichnung sind für Notz alles andere als eine randständige Episode im Lebenslauf: „Beim Auswahlverfahren zur Leitung einer Max-Planck-Forschungsgruppe musste ich einem fachlich sehr gemischten Gremium in einer Viertelstunde erklären, worum es geht. Viele meiner Mitbewerber hatten spannende Projekte, konnten sie aber nicht so rüberbringen, dass sich das Spannende auf das Gremium übertrug. Wenn ich heute eine Forschungsgruppe leite, liegt das auch daran, dass ich durch meine Teilnahme am Klaus Tschira Preis erlernt habe, Forschung verständlich vorzustellen."

Schon dieser kurze Einblick in das Leben von Dirk Notz dokumentiert Nutzen und Wirkung des 1997 erstmals vergebenen Klaus Tschira Preises für verständliche Wissenschaft und offenbart jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, wie wesentlich es ist, sich neben der Fachsprache auch weiterhin allgemein verständlich auszudrücken. 1332 junge Wissenschaftler haben sich seit der Neuausschreibung 2006 um den Preis beworben. Allen gebührt dafür auch Jahre später noch Anerkennung. Denn wenn nur jeder Zehnte der Popularisierung von Wissenschaft ähnlich verbunden bleibt wie das bei Notz der Fall ist, hat diese Auszeichnung viel bewirkt in unserem Land, das sich den Wohlstand nur erhält, wenn Forschung und Technologie im internationalen Rahmen ganz vorne rangieren.

Eines noch: Den Festvortrag „50 Jahre bild der wissenschaft" am 6. Februar 2014 in Stuttgart hält Dirk Notz.

Ihr Wolfgang Hess, Chefredakteur

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bild der wissenschaft plus 6/2013

WEITBLICK - Zukunftstechnologien für Energie und Umwelt

Im Kleinen Großes schaffen

Wissen ist der wichtigste Produktionsfaktor unserer modernen Zivilisation. Diese allgemein akzeptierte Aussage bedeutet: Auch Landstriche, die mit Bodenschätzen oder Kapital schlecht ausgestattet sind, haben gute wirtschaftliche Perspektiven. Denn mangelnde naturräumliche und finanzielle Ressourcen lassen sich durch Fleiß, Akribie und Kreativität ersetzen. Not macht erfinderisch, heißt es im Volksmund. Dass Not sogar Landstriche erblühen lassen kann, dokumentiert das Beispiel Baden-Württemberg. Viele Regionen dieses Bundeslandes litten über Jahrhunderte unter Armut und Hunger. Familien mussten im handwerklichen Nebenerwerb etwas hinzuverdienen, um satt zu werden. Doch es hat sich gezeigt: Gerade das begründete die industrielle Vielfalt des deutschen Südwestens.

Auch heute ist der dortige Drang, Neues zu schaffen – oder zumindest Bestehendes zu verbessern – ungebrochen, wie diese Sonderausgabe von bild der wissenschaft zeigt. Unsere Text- und Bildautoren besuchten für Sie eine große Zahl wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen, in denen an einer Zukunft gearbeitet wird, die unsere Rohstoffe schonender nutzt.

So untersuchen Forstwissenschaftler Fichten in Computertomografen, um zu lernen, wie die Baumstämme optimal geschnitten werden müssen, damit bei der Paneel-Produktion möglichst wenig Abfall entsteht. Wissenschaftler am Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg nutzen das in Kläranlagen anfallende Abwasser, um Strom zu erzeugen – so viel, dass sich damit das ganze Klärwerk betreiben lässt. Laserforscher aus Stuttgart kooperieren mit Textilforschern aus Denkendorf und schaffen so die Grundlage für Schadstofffilter, die deutlich besser vor gefährlichen Krankheitskeimen schützen.

Für sich genommen kann keine dieser Entwicklungen die „Energiewende" sicherstellen. Doch systemisch betrachtet, leuchtet der Ansatz sofort ein. Um eine Volkswirtschaft auf eine nachhaltige Energie- und Umweltnutzung einzuschwören, braucht es neben der politisch herbeigeführten Weichenstellung im Groben eine Vielzahl an filigranen Ansatzpunkten, wie sich mit Ressourcen sorgsamer umgehen lässt.

Alle auf den folgenden 40 Seiten vorgestellten Projekte – unterstützt von der Baden-Württemberg Stiftung – haben das Stadium der Grundlagenforschung verlassen und sind auf dem Weg zu einer ersten industriellen Entwicklung. Lassen Sie sich einfangen von den überraschenden Forschungsergebnissen und imposanten Ausblicken der vielen für dieses bild der wissenschaft-plus befragten Forscherinnen und Forscher.

Ihr Wolfgang Hess, Chefredakteur

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