Die Entdeckerin der „Transposons” ging stets ihren eigenen Weg. „Ich hatte nicht dieses starke Bedürfnis, mit jemandem eng verbunden zu sein … es war nicht notwendig”, erklärte die 1902 geborene US-amerikanische Genetikerin einmal.
Mitte der 1940er Jahre beschrieb sie bei Mais genetische Elemente, die mit einem farbigen Sprenkelmuster auf Maiskörnern zu tun haben. McClintocks geniale Erklärung 1950: Diese Elemente können ihre Lage auf dem Chromosom aktiv verändern. Landen sie dabei durch Zufall in einem Gen, das Maiskörner bei bestimmten Sorten dunkel färbt, bleibt das Gen inaktiv, das Maiskorn wird gelb. Verlassen sie das Gen wieder, kann es seine Arbeit neu aufnehmen: Eine Stelle aus Zelle und Tochterzellen auf dem Maiskorn wird dunkel gefärbt.
Heute steht fest: McClintock hatte DNA-Transposons entdeckt. 1983 erhielt sie den Nobelpreis, neun Jahre vor ihrem Tod. Dass Teile der Fachwelt ihre Arbeit lange Jahre nicht beachteten, liegt auch an McClintocks umstrittener Bewertung der Transposons. Sie würden Gene in Organismen aktiv regulieren, nahm die Forscherin an. Das hat sich nicht bestätigt. Transposons liefern vielmehr einen Rohstoff, aus dem durch Zufall neue Gene und Regulationsmechanismen entstehen können.





