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„Der Drache in meiner Garage“ von Carl Sagan

Ihr Nachbar behauptet, in seiner Garage befände sich ein feuerspeiender Drache. Nachdem Sie einen Blick in die Garage geworfen haben, fragen Sie ihn: „Wo ist der Drache?“ „Er ist da“, antwortet der Nachbar, „nur ist er leider unsichtbar.“ Sie schlagen vor, den Fußabdruck des Ungeheuers mit Mehl sichtbar zu machen – weil der Drache schwebe, gelinge das nicht, sagt der Nachbar. Auch der Einsatz einer Infrarot-Kamera sei sinnlos, weil das unsichtbare Feuer keine Wärme entwickle.

Mit dieser verkürzt wiedergegebenen Anekdote verdeutlicht Carl Sagan, international anerkannter Astronom, den Unterschied zwischen Wissenschaft einerseits und Pseudo-Wissenschaft, Esoterik und Aberglaube andererseits. Wo kein experimenteller Nachweis, da kein Drache, sagt die Wissenschaft – und in diesem Falle ziehen wohl die meisten Menschen den gleichen Schluß. Doch wie ist es bei Themen wie Ufos, Atlantis und Astrologie?

Weil sich Sagan stets für die seriöse Suche nach außerirdischem Leben eingesetzt hat, bekam er es bei seinen Vorträgen und Fernsehauftritten wohl besonders häufig mit Anhängern der Pseudowissenschaft zu tun. Wären es nur diese persönlichen Erfahrungen, die auf „wissenschaftliches Analphabetentum“ hinweisen, so bestünde sicher kein Grund zur Besorgnis. Aber es gibt weitere Indizien: der Boom von Esoterik-Büchern und Sekten sowie die hohen Einschaltquoten von Ufo-Fernsehsendungen.

Sagans Plädoyer für wissenschaftliches Denken ist verständlich geschrieben und recht unterhaltsam. Allerdings: Diejenigen Frauen und Männer, die das Buch eigentlich angeht, werden es wahrscheinlich nicht lesen – und für wissenschaftlich gebildete Leser hält es kaum Neues bereit.

Carl Sagan DER DRACHEN IN MEINER GARAGE Droemer Knaur München 1997 528 S., DM 49,90

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Frank Frick

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