„Deutschland in der Bronzezeit" von Ernst Probst - wissenschaft.de
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„Deutschland in der Bronzezeit“ von Ernst Probst

Die „Deutschen“ hinkten gewaltig hinterher: Im Vorderen Orient, Ägypten und Griechenland, von Anatolien ganz zu schweigen, gehörten die Waffen und Handwerkszeuge, der Schmuck und Hausrat aus Bronze längst zum Alltag, als die umwälzende Neuerung auch in Mittel- und Nordeuropa heimisch wurde. Im südlichen Mitteleuropa begann die Bronzezeit etwa um 2300 vor Christus, im Norden erst 700 Jahre später. Da die bronzezeitlichen Mitteleuropäer Analphabeten waren, erschließt sich ihre Geschichte nur über archäologische Funde und schriftliche Nachrichten von den weiterentwickelten Hochkulturen der damaligen Zeit.

Was die Archäologen zur Bronzezeit in Mitteleuropa, speziell im heute deutschsprachigen Raum, herausgefunden haben, das steht umfassend im neuen dickleibigen Band des Mainzer Journalisten Ernst Probst.

Nach seinen inzwischen zu Standardwerken gewordenen Büchern „Deutschland in der Urzeit“ und „Deutschland in der Steinzeit“ folgen hier die bienenfleißig zusammengetragenen Merkmale der frühen Metallkulturen in Mitteleuropa, die lange Liste der mit Dank bedachten Wissenschaftler bürgt für Solidität.

Gesundheitlich ging es den Bronzemenschen nicht besonders gut. Ihren Bart schabten sich die Männer derzeit erstmals mit einem Rasiermesser, goldblinkender Bronzeschmuck wurde den Frauen richtig zur Last, weil er ihnen angeschmiedet wurde, das klobige Scheibenrad fand Ersatz durch ein leichtläufiges Speichenrad.

Derlei und mehr Details schildert Probst penibel für die Kulturen zwischen Südalpen und hoher Nordsee, vom Ural bis nahe den Pyrenäen, Ausflüge in die Randgebiete einbezogen. Wer sucht, findet hier alles, was unsere Vorfahren in Sachen wohnen, essen, kleiden, arbeiten und sterben ausgezeichnet hat.

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Ernst Probst DEUTSCHLAND IN DER BRONZEZEIT C. Bertelsmann München, 1996, 560 Seiten, 580 Abb., davon 60 in Farbe DM 198,-

Michael Zick

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