Hinsetzen und entspannen. Danach sehnen sich viele, die von einem harten Arbeitstag nach Hause kommen. Eigentlich kein Problem, wäre da nicht die lästige Hausarbeit, die erledigt werden muss – etwa das Staubsaugen. Doch das könnte künftig der „ Trilobite” übernehmen, der erste automatische Staubsauger. Das Vorbild für den kleinen runden Saugroboter kroch vor einigen hundert Millionen Jahren über den Grund der Ozeane. Der Trilobit, ein Gliederfüßler, sammelte dort alles Essbare auf, das er zu fassen bekam. Auch sein elektronisches Ebenbild bewegt sich selbstständig über den Boden, wo es Staub, Krümel und anderen Unrat aufliest. Um den Trilobite zu starten, genügt ein Knopfdruck. Dabei kann man zwischen drei verschiedenen Saugprogrammen wählen. Schickt man den Roboter auf eine normale Saugtour, sucht er zunächst die Wände und umzingelt an ihnen entlang die zu saugende Fläche. Dabei misst er die Größe des Raums und berechnet, wie lange er benötigt, um ihn zu saugen. Im Quick-Modus legt der Trilobite sofort los – und saugt den Raum eine vorgegebene Zeit lang. Das Spot-Programm dient zum Absaugen einer kleinen Fläche, etwa um dort Brösel zu beseitigen. Der Roboter saugt den Boden auf einem per Zufallsprinzip ausgewählten Weg. Wände, Möbelstücke und herumliegende Gegenstände erkennt er zuverlässig mithilfe von Ultraschall und weicht ihnen aus. Hat er genug Platz, beschleunigt der Trilobite – stehen viele Hindernisse im Weg, bewegt er sich langsam und vorsichtig. So oder so – in Sachen Lautstärke steht er seinen herkömmlichen Sauggenossen in nichts nach. Durch seine runde Form und zwei separat angetriebene Räder ist der Trilobite überaus wendig: Er kann um seine eigene Achse rotieren und verhindert so, dass seine Fahrt in Ecken oder Winkeln endet. Mit dem Saugen der Ecken hat der runde Kerl allerdings Probleme. Hier muss per Hand nachgereinigt werden – ebenso auf langflorigem Teppichboden, für den die Saugkraft des Trilobite nicht ausreicht. Flache Hindernisse, wie Kabel oder Absätze im Boden, überwindet der Roboter ohne Mühe. An etwas höheren Barrieren kann er allerdings hängen bleiben. So hatte der Trilobite im Test seine Schwierigkeiten mit einem glatten Tischbein aus Metall. Befreit man ihn aus seiner misslichen Lage, setzt er seine Saugtour aber anstandslos fort. Sind seine Akkus leer, kehrt er brav zur Ladestation zurück, dockt dort selbstständig an und lädt die Batterien wieder auf. War bis dahin noch nicht die ganze Fläche gereinigt, arbeitet er danach fleißig weiter. Der Trilobite ist nicht nur nützlich, sondern mit seinem poppigen roten Design auch sehr ansehnlich. Wer den stolzen Preis von 1599 Euro zu zahlen bereit ist, kann wirklich entspannt die Füße hochlegen und zuschauen, wie sich die Arbeit von alleine erledigt.
Das Unternehmen
Die schwedische Firma Electrolux ist der weltweit größte Hersteller von Haushaltsgeräten. In Deutschland gehören zu dem Unternehmen die beiden Marken AEG und Electrolux. Während die Marke AEG für Qualität und Geräte der eher nüchternen Art steht, soll Electrolux trendige, moderne und emotionale Produkte liefern, die das Leben leichter machen.
Die Vorgeschichte
Vor 20 Jahren begannen Ingenieure bei Electrolux an einem Saugroboter zu tüfteln. Das erste Labormodell hatte die Größe einer kleinen Gefriertruhe, wurde von schweren Lkw-Batterien betrieben und brachte mehrere Zentner auf die Waage. Es folgte eine drastische Miniaturisierung. Ein erster kompakter Prototyp wurde 1997 präsentiert. Der Trilobite in seinem aktuellen Design mit Nickel-Metallhydrid-Akkus als Stromquelle wurde 2001 in Schweden, Finnland und der Schweiz eingeführt. Seit Juni ist er in Deutschland zu haben.
Die Technik
Im Trilobite werkeln vier Elektromotoren. Sie treiben zwei Räder, die Bürste und das Gebläse an. Die Bürstenrolle verhindert, dass sich der Saugroboter etwa in herumliegenden Kabeln verheddert. Spezielle Gummilamellen unterstützen das Sauggebläse. Sie sorgen dafür, dass der Trilobite den Staub vom Boden „aufleckt”. Damit erreicht er trotz seiner mageren Leistung von 90 Watt ein mit konventionellen Staubsaugern vergleichbares Saugvermögen. Zur Orientierung sendet er für das menschliche Ohr unhörbare Ultraschallsignale aus, deren an Wänden und anderen Hindernissen reflektiertes Echo von mehreren Mikrofonen aufgefangen wird.
S. Murr





