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Fledermäuse UV-Blick spürt Nektar auf

In der Abenddämmerung schwingen sich die südamerikanischen Blütenfledermäuse auf der Suche nach Nektar in die Luft. Dabei verlassen sie sich nicht nur auf ihr exzellentes Ultraschallgehör, ihre Augen sind auch mit einer ungewöhnlichen Fähigkeit ausgestattet: Die Tiere können ultraviolettes Licht ebenso wahrnehmen wie normales Licht.

Dieses unter Säugetieren sehr seltene Talent der Blütenfledermäuse hat der Münchner Zoologe York Winter in Experimenten zusammen mit Kollegen aus Guatemala und Erlangen entdeckt. Auf die Fährte führte sie die Beobachtung, dass ungewöhnlich viele von den Fledermäusen bevorzugte Blütenarten wie Bromelien- und Kakteenblüten UV-Licht reflektieren. Im abendlichen Zwielicht, das einen höheren ultravioletten Anteil als das Tageslicht hat, heben sich diese Blüten deutlich von ihrer Umgebung ab.

Bei Fischen, Vögeln und Reptilien ist UV-Sichtigkeit weit verbreitet. Diese Tiere haben in ihrer Netzhaut neben den Stäbchen und drei Zapfen zur Farberkennung einen UV-empfindlichen vierten Zapfen. Fledermäuse hingegen besitzen nur einen einzigen Zelltyp zur Lichtwahrnehmung, der sowohl für das Hell-Dunkel-Sehen als auch für die UV-Wahrnehmung zuständig ist. Menschen haben ebenfalls – als evolutionäres Überbleibsel – einen UV-Sensor in den Stäbchen, die für das Schwarz-Weiß-Sehen verantwortlich sind. Doch UV-Licht kommt hier normalerweise nicht an: Weil die energiereiche Strahlung die DNA schädigen kann, ist die menschliche Augenlinse ein UV-Filter – wie bei den meisten Säugetieren. Fledermäuse haben diesen Filter nicht. Da sie nur bei Dunkelheit oder Dämmerlicht fliegen, wenn die Lichtintensität geringer ist, scheint der Vorteil bei der Nahrungssuche das Risiko aufzuwiegen.

Nur wenige kleine Beuteltiere und Nager – wie Mäuse – können ebenfalls UV-Licht sehen. Große Säugetiere hätten wegen ihres größeren Augapfels ohnehin Schwierigkeiten, UV-Lichtbilder scharf wahrzunehmen, da verschiedenfarbiges Licht an der Linse unterschiedlich gebrochen wird: langwelliges rotes Licht am wenigsten und extrem kurzwelliges ultraviolettes Licht am stärksten. Das auf der Netzhaut abgebildete UV-Bild wäre unscharf – und zwar umso mehr, je größer der Augapfel ist.

Hans Groth

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