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Allgemein

Fokus: Grüne Helfer

18 Heilpflanzen aus der Naturapotheke: Ihre Wirksamkeit wurde bestätigt von der „Kommission E“, einem unabhängigen Expertengremium für die Beurteilung und Zulassung pflanzlicher Arzneimittel es wird berufen vom Bundesgesundheitsministerium.

Juniperus communis – Gemeiner Wacholder

Der Baum ist in Europa, Nordasien und Nordamerika heimisch. Die Früchte enthalten 0,5 bis 2 Prozent ätherisches Öl, mit Pinen als Hauptkomponente. Es steigert die Harnausscheidung und fördert die Kontraktion der glatten Muskulatur. Anwendung: Juniperi fructus (Wacholderbeeren) frisch gepreßt als Tee gegen Blasenbeschwerden und leichte Krämpfe im Magen oder Darm sowie gegen Blähungen und Völlegefühl.

Onona spinosis – Hauhechel

Die Pflanze wächst in Europa, Westasien und Nordafrika. Die harntreibende Wirkung ist in Tierversuchen mehrfach belegt. Bisher ist es jedoch noch nicht gelungen, die wirksamen Bestandteile zu isolieren. Verwendet wird die grau- bis schwarzbraune Wurzel, die 0,02 bis 0,1 Prozent ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil trans-Athenol und das Isoflavon Ononin enthält. Anwendung: Ononidis radix (Hauhechelwurzel) zerschnitten oder gepulvert als Tee bei Entzündungen der ableitenden Harnwege.

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Pimpinella major – Bibernelle

Die zu den Doldengewächsen gehörende Pflanze ist in ganz Europa heimisch und darf nicht mit Sanguisorba minor verwechselt werden, die umgangssprachlich ebenfalls Bibernelle oder Pimpernelle genannt und als Salatgewürz verwendet wird. Die hustenlindernde Wirkung basiert auf dem ätherischen Öl, das unter anderem Geijeren enthält, sowie auf Saponinen. Anwendung: Pimpinellae radix (Bibernellwurzel) fein geschnitten als Tee oder Tinktur zum Gurgeln bei Bronchitis, Heiserkeit und Angina.

Plantago ovata – Indisches Flohkraut

Das einjährige Kraut ist in Indien und im Iran beheimatet und wird von dort importiert. Die Samen enthalten 20 bis 30 Prozent Schleimstoffe, die zu 80 Prozent aus Arabinoxylanen bestehen. Aufgrund ihres starken Quellungsvermögens wirken sie abführend. Bei regelmäßiger Anwendung senken die Samen das Cholesterin. Anwendung: Plantaginis ovatae semen (Indische Flohsamen) mit reichlich Wasser quellen lassen und einnehmen, wenn eine erleichterte Darmentleerung erwünscht ist (Hämorrhoiden, Schwangerschaft).

Ruscus aculeatus – Mäusedorn

Der immergrüne Strauch ist im Mittelmeergebiet, Nordafrika und Vorderasien heimisch. In Tierversuchen erhöhen die Steroidsaponine Ruscosid und Ruscin die Gefäßspannung der Venen. Anwendung: Rusci aculeati rhizoma (Mäusedornwurzelstock) als Extrakt zum Einnehmen bei Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen und juckreizlindernd bei Hämorrhoiden.

Rosmarinus officinalis – Rosmarin

Die Pflanze ist im Mittelmeerraum beheimatet und wird dort häufig als Gewürzkraut angebaut – wie auch ihre Verwandten Majoran und Thymian. Die Blätter enthalten 1,0 bis 2,5 Prozent ätherisches Öl mit den Hauptkomponenten Cineol, Campher und alpha-Pinen. Anwendung: Rosmarini folium (Rosmarinblätter) in Form von Tee gegen Verdauungsstörungen, Völlegefühl und Blähungen, als Bad oder Hautöl bei Muskel- und Gelenkrheumatismus und zur unterstützenden Therapie von Kreislaufbeschwerden.

Cytisus scoparius – Gewöhnlicher Besenginster

Der bis zu zwei Meter hohe Strauch ist in Mittel-, Süd- und Osteuropa weit verbreitet und wird zum Teil aus dem Balkan importiert. Aufgrund des Gehaltes an Alkaloiden – vor allem Spartein und Lupanin – lindert es HerzKreislaufstörungen und normalisiert niedrigen Blutdruck. Anwendung: Scoparii herba (Besenginsterkraut) zerschnitten als Tee bei funktionellen Herz- Kreislaufbeschwerden.

Potentilla erecta – Aufrechtes Fingerkraut

Die Pflanze aus der Familie der Rosengewächse kommt in Mittel- und Nordeuropa vor. Ihr hoher Gehalt an Gerbstoffen (15 bis 20 Prozent) hilft, Wunden zu verschließen, Blutungen zu stillen und Gewebe auszutrocknen. Es wurden aber auch antivirale, antiallergische und immunstimulierende Wirkungen nachgewiesen. Anwendung: Tormentillae rhizoma (Tormentillwurzelstock) fein geschnitten oder gepulvert als Kaltwasserauszug oder mit Rotwein aufgeschwemmt gegen Durchfall und Schleimhautentzündungen in Mund und Rachen.

Arctostaphylos uva-ursi – Bärentraube

Über die Nordhalbkugel verbreiteter niedriger Strauch, dessen Hauptbestandteil, das Arbutin, antibakteriell wirkt. Anwendung: Uvae ursi folium (Bärentraubenblätter) kleingeschnitten als Aufguß oder kalte Packung bei Entzündungen der ableitenden Harnwege.

Verbascum densiflorum – Großblumige Königskerze

Die filzig behaarte, bis zu zwei Meter hohe Pflanze ist in Mittel-, Ost- und Südeuropa sowie Kleinasien und Nordafrika heimisch. Sie enthält etwa drei Prozent Schleimstoffe, die bei Erkältungskrankheiten reizlindernd wirken. Anwendung: Verbasci flos (Wollblumen) kleingeschnitten als Tee bei Katarrhen der Luftwege.

Zingiber officinale – Ingwer

Die Pflanze wird in den meisten tropischen Ländern kultiviert. Ingwer hat nicht nur würzende Eigenschaften, sondern ist auch ein wirksames Mittel zur Verhinderung von Brechreiz und Übelkeit. Hauptsächlich dafür verantwortlich sind Shogaole und Gingerole. Sie töten außerdem Schnecken und tropische Saugwürmer (Schistosomen) und könnten künftig eingesetzt werden zur Bekämpfung der Bilharziose, die von diesen Würmern ausgelöst wird. Anwendung: Zingiberis rhizoma (Ingwer) zerkleinert als Tee oder kalter Extrakt zum Einnehmen.

Agrimonia eupatoria – Kleiner Odermennig

Die bis einen Meter hohe Staude ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet. Die Blätter enthalten 4 bis 10 Prozent Catechin-Gerbstoffe. Sie wirken wundschließend, antibakteriell und austrocknend bei Rachenentzündungen und Darmkatarrhen. Anwendung: Agrimoniae herba (Odermennigkraut) kleingeschnitten oder gepulvert für Aufgüsse – äußerlich bei Hautentzündungen, innerlich bei Durchfall und Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Angelica archangelica – Engelwurz

Die Staude mit doldenförmigen Blüten kommt in allen gemäßigten Zonen Europas und Asiens vor. Die Wurzel enthält 0,35 bis 1,3 Prozent ätherisches Öl, das vorwiegend aus Monoterpen-Kohlenwasserstoffen (Phellandren und Pinen) besteht. Zusammen mit den ebenfalls enthaltenen Bitterstoffen regen sie die Magensaftproduktion an. Anwendung: Angelicae radix (Angelikawurzel) zerkleinert als Auszug in Alkohol (Kräuterlikör), um die Verdauung zu fördern.

Myroxolon balsamum – Perubalsambaum

Der in San Salvador (nicht in Peru) beheimatete Baum wird bis zu 15 Meter hoch. Sein Balsam wird aus dem Holz gewonnen und enthält ein Gemisch aus Benzoesäurebenzylester, Zimtsäurebenzylester und 20 bis 30 Prozent Harz. Der Balsam wirkt antibakteriell und antiseptisch sowie antiparasitär, besonders gegen Krätzmilben. Anwendung: Balsamum peruvianum (Perubalsam) in Salben bei schlecht heilenden Wunden und Verbrennungen.

Peumus boldus – Boldostrauch

Der immergrüne, bis sechs Meter hohe Strauch wächst ausschließlich in Chile. Die Blätter enthalten 0,25 bis 0,5 Prozent Aporphinalkaloide, vor allem Boldin, das die Galle stimuliert. Außerdem soll Boldin die Harnsäureausscheidung fördern. Anwendung: Boldo folium (Boldoblätter) zerkleinert für Aufgüsse zum Einnehmen bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden.

Silybum marianum – Mariendistel

Die Pflanze ist in Südeuropa, Südrußland, Kleinasien und Nordafrika heimisch. Die Früchte enthalten 1,5 bis 3 Prozent Silymarin, ein Gemisch verschiedener Flavonderivate, die Leberschäden vorbeugen oder bestehende Leberkrankheiten heilen oder lindern. Die Wirkstoffe blockieren bestimmte Bindungsstellen an der Leberzellmembran und verhindern so die Aufnahme von Lebergiften. Anwendung: Cardui mariae fructus (Mariendistelfrüchte) zerkleinert als Aufguß sowie zum Einnehmen bei chronischen Lebererkrankungen und Leberzirrhose.

Centaurium erythraea – Tausendgüldenkraut

Die Pflanze gedeiht in Europa, Nordamerika, Nordafrika und im westlichen Asien. Das Kraut enthält kleine Mengen an intensiv bitter schmeckenden Secoiridoidglykosiden, vor allem Swertiamarin. Es dient als Bittermittel zur Anregung des Appetits und zur Erhöhung der Magensaftsekretion. Anwendung: Centaurii herba (Tausendgüldenkraut) als Tee bei Appetitlosigkeit.

Tussilago farfara – Huflattich

Das Kraut wächst in ganz Mittel- und Osteuropa. Es enthält sechs bis zehn Prozent saure Schleimpolysaccharide, Inulin und Gerbstoffe. Die Schleimstoffe überziehen die Schleimhäute mit einer Schicht, die chemische und physikalische Reize mildert und so den Hustenreiz stillt. Anwendung: Farfarae folium (Huflattichblätter) zerschnitten als Tee bei akuten Katarrhen der Luftwege sowie leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Jürgen Nakott

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