John von Neumann, einem der Gründerväter - wissenschaft.de
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John von Neumann, einem der Gründerväter

John von Neumann, einem der Gründerväter der Quantentheorie, zufolge „sind empirische Aussagen immer von dieser Art: Ein Beobachter hat eine bestimmte (subjektive) Beobachtung gemacht; und niemals dieser Art: Eine physikalische Größe hat einen bestimmten Wert.“ Niels Bohr beharrte auf der „Unmöglichkeit einer scharfen Trennung zwischen dem Verhalten atomarer Objekte und der Wechselwirkung mit den Messgeräten, die dazu dienen, die Bedingungen zu definieren, unter denen die Phänomene erscheinen.“ Und weiter: „Es ist falsch zu denken, dass es die Aufgabe der Physik sei herauszufinden, wie die Natur beschaffen ist. Physik handelt davon, was wir über die Natur sagen können.“ Bohr glaubte, der Quantenphysik zufolge sei es „unmöglich, den Beobachter (oder das beobachtende Instrument) vom System zu trennen“. Werner Heisenberg wurde noch deutlicher: „Die Idee einer objektiven realen Welt, deren kleinste Teile objektiv im selben Sinn existieren wie Steine und Bäume, unabhängig davon, ob wir sie beobachten oder nicht, ist unmöglich.“ Und weiter: „Wir können nicht länger von dem Verhalten von Teilchen unabhängig vom Vorgang der Beobachtung sprechen. Auch ist es nicht länger möglich zu fragen, ob diese Teilchen objektiv in Raum und Zeit existieren.“ Auch für Anton Zeilinger, Physik-Professor an der Universität Wien, bleibt „die Kopenhagener Interpretation eine der signifikantesten intellektuellen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Ihre Grundeinstellung zur fundamentalen Rolle der Beobachtung bedeutet einen großen intellektuellen Schritt über den naiven klassischen Realismus hinaus. In der klassischen Physik wird die Beobachtung häufig als sekundär betrachtet, während die Elemente der realen Welt primär sind. Es ist jedoch offensichtlich, dass jede Aussage über die Natur auf Beobachtungen gegründet sein muss. Was also könnte natürlicher sein als eine Theorie, in der die Beobachtung eine fundamentalere Rolle spielt als im klassischen Weltbild?“

Über die Natur der Beobachtung sind sich die Anhänger einer subjektivistischen Deutung freilich nicht einig (bild der wissenschaft 9/2000, „Quantenspuk“). Die radikalste und vielleicht sogar unvermeidliche Konsequenz – schon 1939 von Fritz London und Edmond Bauer favorisiert, später auch von dem Physik-Nobelpreisträger Eugene Wigner – ist der Idealismus, wonach der Geist die Wellenfunktion zum Kollaps bringt. „Das Baumaterial der Welt ist geistiges Material“, folgerte denn auch der britische Physiker Arthur Eddington schon 1928. RV

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Hy|per|o|nym  auch:  Hy|pe|ro|nym  〈n. 11; Sprachw.〉 übergeodneter Begriff, z. B. ”Tier“ gegenüber ”Pferd“; ... mehr

Ei|sen|kie|sel  〈m. 5; Min.〉 durch Eisenoxide rot, braun od. gelb gefärbter Quarz

Tu|ba  〈f.; –, Tu|ben〉 1 〈Anat.〉 gewundener Gang im Inneren des Ohrs 2 = Eileiter ... mehr

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