Persönlich: Monika Auweter-Kurtz – Raumfahrt und Frauenförderung - wissenschaft.de
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Persönlich: Monika Auweter-Kurtz – Raumfahrt und Frauenförderung

Prof. Dr.-Ing. Monika Auweter-Kurtz entwickelt an der Universität Stuttgart Antriebe für Satelliten und Hitzeschilde für Raumsonden. Sie ist eine echte Rarität: Weltweit ist sie die einzige Frau, die eine Professur für Raumfahrttechnologie hält. Sie hatte viel Zeit, sich an ihren Sonderstatus zu gewöhnen. Schon während des Physikstudiums ist sie aufgefallen: „1969 war ich unter 80 Kommilitonen die einzige Frau – ein Schock nach dem Mädchengymnasium.“ Benachteiligt hat sie sich nie gefühlt. „Mein Doktorvater hat mir nach der Promotion selbstverständlich eine Stelle angeboten“, sagt die 50jährige rückblickend. Als sie 1992 fast gleichzeitig mit der Professur die Aufgaben der Frauenbeauftragten übernahm, mußte sie feststellen, daß das die Ausnahme war. „Es ist meist kein böser Wille, aber Frauen werden systematisch übersehen“, sagt sie. „Ich mußte das meinen Kollegen erst klarmachen.“ Auch beim Nachwuchs leistete sie Überzeugungsarbeit. Sie lud Abiturientinnen zu Schnupperkursen ein, um zu zeigen, wie interessant der Ingenieurberuf ist. „Heute haben wir etwa zehn Prozent Studienanfängerinnen in der Raumfahrttechnik. Das ist weit mehr als vor zehn Jahren“, sagt Auweter-Kurtz. Um die Chancen junger Wissenschaftlerinnen auf einen Arbeitsplatz in der Forschung zu erhöhen, rief sie einen Fonds ins Leben, aus dem Schwangerschaftsvertretungen bezahlt werden können – so gibt es keine finanziellen Argumente mehr gegen die Einstellung einer Frau. Kein Wunder, daß soviel Engagement 1999 mit den Bundesverdienstkreuz belohnt wurde.

Hans Groth / Monika Auweter-Kurtz

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