Seveso...Senator...Shell - wissenschaft.de
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Seveso…Senator…Shell

Wie sehr sich die Einstellung mancher Industrieunternehmen zum Umweltschutz gewandelt hat, belegt die Berufung von Dr. Fritz Vahrenholt, 48, in den Vorstand der Deutschen Shell AG.

„Seveso ist überall“ hieß der Bestseller, mit dem Fritz Vahrenholt und Egmont R. Koch nach der Dioxin-Katastrophe von Seveso 1976 auf eine stete Dioxin-Bedrohung durch die Chemie hinwiesen. Beide Autoren galten danach als Intimfeinde der Industrie. Gleichwohl machte der promovierte Chemiker Vahrenholt Karriere. Nach Stationen beim Umweltbundesamt (1976 bis 1981) und im Hessischen Umweltministerium (1981 bis 1984) landete der gebürtige Gelsenkirchener in Hamburg, wo er 1984 als Staatsrat begann und 1991 zum Umweltsenator aufstieg.

Nach der Demission des Hamburger Bürgermeisters Henning Voscherau (SPD) im vergangenen Herbst versuchte sich Vahrenholt als dessen Nachfolger zu profilieren, hatte aber bei seinen Parteifreunden in der SPD gegen den jetzigen Bürgermeister Ortwin Runde nicht den Hauch einer Chance: Vahrenholt gilt inzwischen trotz seiner öko-kämpferischen Vergangenheit unter den Genossen als eher konservativ. So wird ihm vorgeworfen, daß er kein kategorischer Gegner jedweder Kernenergie-Nutzung ist und der Kernfusions-Technologie positive Aspekte abgewinnt.

Seit Februar ist der wortgewandte Chemiker im Vorstand der Deutschen Shell AG zuständig für das Ressort „Chemiegeschäft, erneuerbare Energien, Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz“. Es gilt als sicher, daß Vahrenholt bei Shell angetreten ist, um das durch die Brent-Spar-Affäre vor allem in Deutschland ramponierte Shell-Image wieder aufzupolieren.

Fritz Vahrenholt

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