Dioxine können auch in geringer Dosis auf Dauer Krebs auslösen. Wie das geschieht, haben Toxikologen an der Universität Tübingen erforscht. Karl Walter Bock und seine Mitarbeiter entdeckten, daß Dioxine zwar nicht das Erbgut von Zellen verändern, aber die Aktivität bestimmter Gene modifizieren. Über Signalketten greifen sie in den Zyklus von Teilung und Absterben der Zellen ein. In Experimenten mit Zellkulturen beschleunigen sie das Wachstum von Tumorzellen, verhindern deren Absterben und lassen selbst gutartige Tumorvorstufen zu Krebs werden. Außerdem wachsen die Zellen auch in ein benachbartes Gewebe ein. Kurioserweise zeigte sich jedoch auch, daß Dioxine Tumoren schaden, deren Wachstum durch Östrogene gefördert wird.
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