Kein Brot, kaum Obst und Gemüse, dafür reichlich Butter, Speck und Steak: Die Vorgaben der Keto-Diät klingen intuitiv nicht gerade nach einem Abnehmprogramm. Doch ausgerechnet die hohe Fettzufuhr, verbunden mit extrem wenigen Kohlenhydraten, kann den Körper in einen Zustand der Ketose versetzen. Dabei gewinnt er seine Energie vor allem aus Fett statt aus Kohlenhydraten und verbrennt dabei überschüssiges Körperfett. Wer sich streng an die Vorgaben der Keto-Diät hält, kann dadurch tatsächlich Gewicht verlieren.
Aber wie wirkt sich diese Extremform einer Low-Carb-Diät auf die Gesundheit aus? Während manche eine ketogene Ernährung als Wundermittel gegen zahlreiche Krankheiten propagieren – darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes – warnen andere davor, dass die hohe Fettzufuhr bei dieser Ernährungsform genau diese Erkrankungen auslösen kann. Wer sich dauerhaft nach den Vorgaben der Keto-Diät ernährt, riskiert zudem einen Nährstoffmangel. Bei einer Langzeitstudie an Mäusen entwickelten die ketogen gefütterten Tiere innerhalb eines Jahres Gesundheitsprobleme wie eine Fettleber, Glukoseintoleranz und einen stark erhöhten Cholesterinspiegel.
Drei Diäten im Vergleich
Doch ein Team um Max Petersen von der Washington University School of Medicine in St. Louis kommt nun zu einem gegenteiligen Ergebnis. Für ihre Studie verglichen die Forschenden drei unterschiedliche Ernährungsformen: eine ketogene Diät, bei der 73 Prozent der Kalorien aus Fett stammten und nur vier Prozent aus Kohlenhydraten; eine mediterrane Diät mit der Hälfte der Kalorien aus Kohlenhydraten und 35 Prozent aus Fett;, wie sie unter anderem von der deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird, sowie eine fettarme, pflanzenbetonte Diät mit 70 Prozent der Kalorien aus Kohlenhydraten und nur 15 Prozent aus Fett.
Als Testpersonen rekrutierten die Forschenden Personen mit krankhaftem Übergewicht, die bereits an einer Fettleber sowie einer Vorstufe zu Diabetes litten, bei der der Blutzuckerspiegel erhöht und die Insulinsensitivität verringert ist. Jeweils neun Frauen und fünf Männer pro Gruppe ernährten sich für die Studie vier bis fünf Monate lang nach einer der drei Ernährungsformen. Um sicherzustellen, dass die Freiwilligen die Vorgaben zur Nährstoffzusammensetzung präzise einhielten, stellten die Forschenden ihnen während dieses Zeitraums sämtliches Essen zur Verfügung. Die Menge passte das Team dabei so an, dass alle Teilnehmenden am Ende etwa zehn Prozent ihres Körpergewichts verloren hatten.






