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Neue Aal-Art dank TikTok-Video entdeckt
Erde & Umwelt

Neue Aal-Art dank TikTok-Video entdeckt

Die neu entdeckte Aal-Art Gangaichthys indonepalicus ist an ein Leben in völliger Dunkelheit angepasst. Ihre Augen sind zurückgebildet und ihre unpigmentierte Haut fast durchsichtig. · Foto: © Akshay Khandekar/ ZooKeys, CC-by 4.0

Durch ein TikTok-Video sind Forschende auf einen ungewöhnlichen Fisch aufmerksam geworden, der in der Grenzregion zwischen Indien und Nepal im Grundwasser lebt. Auf der Suche nach dem Tier pumpten sie per Hand tausende Liter Wasser aus dem Boden und förderten schließlich tatsächlich ein lebendes Exemplar zu Tage – eine neue Aal-Art, die sich auf das Leben im Untergrund spezialisiert hat.
Autor
Elena Bernard
19. August 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Üblicherweise sind Social-Media-Plattformen wie TikTok nicht gerade für ihren wissenschaftlichen Wert bekannt. Doch gelegentlich bringen einzelne Beiträge Forschende auf eine neue Spur und liefern den Anstoß zu überraschenden Entdeckungen. So auch ein 2024 veröffentlichtes TikTok-Video: Es zeigt einen länglichen, blassen kleinen Fisch, der in der Grenzregion zwischen Indien und Nepal in einem von Grundwasser gespeisten Brunnen schwimmt.

„Die einzigartige Morphologie des Fisches im Video und die Tatsache, dass aus dieser Region keine im Grundwasser lebenden Fische bekannt sind, motivierten uns, die Art aufzuspüren, um ihre Identität zu ermitteln“, berichtet ein Team um Akshay Khandekar von der Thackeray Wildlife Foundation in Mumbai, die sich auf die Erforschung und den Schutz seltener Arten in Indien spezialisiert hat.

Suche im Grundwasser

Also begaben sich die Forschenden auf die Suche. „Die Beschaffung von Proben dieses ungewöhnlichen Fisches war eine Herausforderung“, sagt Khandekar. „Es erwies sich als schwierig, geeignete Handpumpen und Brunnen zu identifizieren und von deren Eigentümern die Erlaubnis zu erhalten, Wasser zum Zweck der Suche nach dem Fisch zu entnehmen. Noch aufwendiger wurde es, als wir schließlich begannen, das Wasser von Hand zu pumpen.“

Mit einfachen Handpumpen beförderten die Forschenden Liter um Liter Grundwasser an die Oberfläche und suchten darin nach den mysteriösen unterirdischen Bewohnern. „Das erste Exemplar tauchte nach dem Pumpen von etwa 2.000 Litern Wasser auf, wurde dabei jedoch beschädigt und starb sofort“, erzählt Khandekar. „Das zweite und einzige intakte Exemplar, das später als Holotyp dieser Art bestimmt wurde, fanden wir an dem gleichen Brunnen, nachdem wir weitere 500 Liter Wasser gepumpt hatten.“ Ein drittes, ebenfalls unvollständiges Exemplar förderte das Team an einem weiteren Brunnen zu Tage.

Zwei Grundwasser-Handpumpen in der indo-nepalesischen Grenzregion

An diesen beiden handbetriebenen Grundwasserpumpen fanden die Forschenden Exemplare der neu entdeckten Aal-Art. — © Akshay Khandekar/ ZooKeys, CC-by 4.0

Spezialisierte neue Gattung und Art

Doch die Mühe hatte sich gelohnt: Wie Khandekar und seine Kollegen anhand von morphologischen Untersuchungen, CT-Scans und DNA-Analysen feststellten, handelte es sich um eine zuvor unbekannte Fischart und sogar eine völlig neue Gattung aus der Familie der sogenannten Regenwurm-Aale (Chaudhuriidae). Die Forschenden gaben der neuen Art den Namen Gangaichthys indonepalicus. Der Gattungsname bedeutet „Fisch aus dem Ganges“, der Artname weist auf den Fundort an der indo-nepalesischen Grenze hin.

„Gangaichthys indonepalicus ist das erste unterirdisch lebende Mitglied der Familie der Chaudhuriidae und der einzige bisher bekannte Fisch, der in den Grundwasserleitern des Gangesbeckens vorkommt“, berichtet das Team. Von anderen Vertretern der Regenwurm-Aale unterscheidet er sich vor allem durch seine Anpassungen an ein Leben in völliger Dunkelheit. „Seine Augen sind zurückgebildet und von Haut bedeckt und die Körperpigmentierung fehlt vollständig“, erläutern Khandekar und seine Kollegen. Zudem hat der rund vier Zentimeter lange Fisch keine Rippen.

Aus Sicht der Forschenden unterstreicht der Fund die Vielfalt der indischen Biodiversität. „Noch viele weitere Arten warten darauf, entdeckt zu werden“, sagt Khandekars Kollege Ishan Agarwal.

Quelle: Akshay Khandekar (Thackeray Wildlife Foundation, Mumbai, Indien) et al., ZooKeys, doi: 10.3897/zookeys.1289.188089

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