Jenseits des Neptun kreisen unzählige eisige Himmelskörper um die Sonne – die Spanne reicht von kleineren Kometen über eisige Brocken verschiedenster Größe bis hin zu Kleinplaneten und Zwergplaneten wie Pluto oder Eris. Doch sie sind nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs: Bislang haben Astronomen erst einen Bruchteil dieser transneptunischen Objekte entdeckt und ihre Bahnen beschrieben.
Jetzt kommt eine spektakuläre Neuentdeckung dazu: In Aufnahmen des neuen Rubin-Observatoriums in Chile haben Astronomen ein ungewöhnlich helles, großes transneptunisches Objekt entdeckt, das sie als neuen Zwergplaneten einstufen. Der 2026 ED138 getaufte Himmelskörper wurde bereits vom Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union (IAU) als Zwergplanet-Kandidat bestätigt.
„Mischung aus Begeisterung und ungläubigem Staunen“
Aufgespürt hat den neuen Zwergplaneten der Astronom Matthew Holman mithilfe eines speziellen Algorithmus, der die Aufnahmen des Rubin-Observatoriums nach sich schnell bewegenden Objekten durchmustert. Beim Positionsvergleich von Milliarden Lichtpunkten wurde das System fündig: Es identifizierte einen hellen, relativ großen Lichtpunkt, der sich im äußeren Bereich des Sonnensystems befinden musste – aber keinem bisher bekannten transneptunischen Objekt zuzuordnen war.
„Meine erste Reaktion war eine Mischung aus Begeisterung und ungläubigem Staunen“, berichtet Holman. „Objekte dieser Art sind äußerst selten. Deshalb begann ich sofort zu überprüfen, ob ich oder der Algorithmus einen Fehler gemacht hatten.“

Bisher sind nur diese fünf Zwergplaneten offiziell von der International Astronomical Union anerkannt. — © NASA/JPL-Caltech
Holman und seine Kollegen durchsuchten dafür weitere Bilddaten des Rubin-Observatoriums nach Spuren des 2026 ED138 getauften Objekts. Mit Erfolg: Das Teleskop hatte den Lichtpunkt in 20 Nächten insgesamt 30-mal eingefangen. Auch in bis ins Jahr 2016 zurückreichenden Archivaufnahmen der Dark Energy Camera des Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile tauchte das Objekt ED138 mehrfach auf. Zusammen lieferten diese Aufnahmen wichtige Informationen über die wahrscheinliche Größe, Form und Umlaufbahn des transneptunischen Objekts.





