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Astronomie+Physik

Bessere Wettervorhersage fürs Sonnensystem

Mithilfe von Dichteveränderungen in der Sonnenatmosphäre können amerikanische Forscher von der Nasa das Weltraumwetter deutlich besser vorhersagen als bisher. Damit wird die Prognose der Stärke des Sonnenwindes nicht nur genauer, sie lässt sich nun auch auf große Teile des Sonnensystems ausdehnen, sagen die Wissenschaftler. Sie konnten Dichtemessungen in der Chromosphäre, der Atmosphärenschicht genau oberhalb der sichtbaren Sonnenoberfläche, mit den Sonnenwindintensitäten in Einklang bringen. Tritt ein Sonnenausbruch oder Sonnensturm auf, so lässt sich nun präziser bestimmen, mit welcher Wucht die geladenen Teilchen auf die Erde treffen ? eine Information, die für Satelliten und Astronauten extrem wichtig ist.

Die Forscher betrachteten in der Sonnenatmosphäre verschiedene Regionen, von denen sich Teilchenströme unterschiedlicher Geschwindigkeit ablösen. Anhand der Teilchengeschwindigkeit unterscheiden Astronomen zwei Arten von Sonnenwind: In den so genannten koronalen Löchern löst sich ein schneller, aber dünner Teilchenstrom von der äußeren Atmosphärenschicht, der Korona, ab. Seine Geschwindigkeit liegt bei rund 700 Kilometern pro Sekunde. In anderen Zonen entströmt der Korona mit 300 Kilometern pro Sekunde ein langsamer, aber intensiver Teilchenstrom. Unter diesen Zonen befinden sich nun Chromosphärenbereiche mit hoher Dichte. Eine geringe Dichte konnte indes mit Teilchenströmen hoher Geschwindigkeit in Verbindung gebracht werden.

Die Messungen des Forschungssatelliten TRACE in der Chromosphäre verknüpften die Forscher mit Sonnenwinddaten, die in Erdnähe mit dem Satelliten ACE aufgenommen wurden. Damit kann das Weltraumwetter für die Erde, aber auch an weiteren Orten des Sonnensystems bestimmt werden. Da etwa die Hälfte der Sonnenoberfläche sichtbar ist, ließe sich fürs halbe Sonnensystem eine Vorhersage der solaren Winde und Stürme machen, sagen die Forscher. Gerade der langsame und dichte Sonnenwind gewinnt durch hohe Sonnenaktivität weiter an Fahrt: Er wird komprimiert und beschleunigt in Richtung Erde geschleudert. Das kann Satelliten stören und Astronauten gefährden.

Pressemitteilung des Goddard Space Flight Centers der Nasa

ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer
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