Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Astronomie|Physik

Der Duft des Mondes

Warum Staub vom Mond nach Schießpulver riecht, ist auch mehr als 35 Jahre nach der ersten Mondlandung noch immer ein Rätsel. Der intensive Duft könnte durch den Kontakt des Staubs mit der Feuchtigkeit in den Kabinen der Raumfähren entstehen, spekulieren einige Wissenschaftler. Andere vermuten seinen Ursprung im Sonnenwind aus winzigen Partikeln, die sich an den Mondstaub heften und an Bord der Fähren mit der Luft reagieren. Eine sichere Antwort werden wohl erst die nächsten Mondmissionen liefern, meldet der Nachrichtendienst der Nasa.

Den Schießpulverduft des Mondstaubs haben einige amerikanische Astronauten der Apollo-Missionen nach ihren Mondspaziergängen wahrgenommen, als sie an Bord ihrer Mondfähren Schutzanzüge und Helme abnehmen konnten. „Es ist ein wirklich intensiver Duft“, funkte im April 1972 der Apollo-16-Pilot Charlie Duke an die Bodenstation. „Es riecht, als hätte hier jemand einen Karabiner abgefeuert“, berichtete bei der nächsten Mission einige Monate später der Astronaut Gene Cernan. Bei dessen Mitflieger Jack Schmitt löste der Staub sogar heuschnupfenähnliche Symptome mit einer zugeschwollenen Nase aus.

Zur Verwunderung von Wissenschaftlern verlor sich der Duft des Mondstaubs jedoch nach und nach. Die Staubproben und Gesteinsbrocken, die die Astronauten auf die Erde brachten, sind heute vollkommen geruchlos. Seither rätseln Forscher, was denn die Astronauten damals an Bord ihrer Raumfähren wahrgenommen haben könnten. Eine dem Schießpulver ähnliche Substanz scheidet jedoch aus: Der Staub besteht hauptsächlich aus glasähnlichen Siliziumverbindungen, die sich in der Hitze des Aufpralls von Meteoriten auf der steinigen Mondoberfläche bilden, ergaben Analysen. Auch fanden Geologen Verbindungen aus Eisen, Kalzium oder Magnesium, aber keine Stoffe, die den Geruch erklären könnten.

Der Astronaut Don Pettit vermutet hinter dem Duft einen ähnlichen Effekt, wie er in vielen Wüsten beobachtet werden kann: Beginnt es dort nach extremer Trockenheit doch einmal zu regnen, löst die Feuchtigkeit Geruchspartikel aus dem Staub und transportiert diese zur Nase, was einen intensiven, oft süßen Geruch hervorrufen kann. Ähnliches könnte mit dem Mondstaub geschehen, wenn er nach Milliarden von Jahren der Trockenheit in der Kabine der Mondfähre mit Luftfeuchtigkeit in Kontakt kommt.

Gary Lofgren vom Johnson Space Center der Nasa glaubt hingegen, dass die Astronauten den Duft des Sonnenwinds wahrgenommen haben: Dieser bringt Wasserstoff-, Helium- und andere geladene Teilchen auf den Mond, die dann mit dem Sauerstoff in der Kabine reagieren oder auch direkt wahrgenommen werden können. Der Astronaut Jack Schmitt schließlich vermutet, dass der Mondstaub noch chemisch reaktiv ist. Gelangt er in der Nase, löst das so lange Geruchsreaktionen aus, bis die möglichen chemischen Reaktionen abgeschlossen sind.

Anzeige
Nachrichtendienst der Nasa ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
Anzeige

Wissensbücher 2022

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Ber|ser|ker  〈a. [′–––] m. 3; anord. Myth.〉 1 Mann von außergewöhnl. Kraft, der in der Raserei ohne Waffe kämpft 2 〈fig.〉 ein in sinnlose Raserei geratener Mensch … mehr

Ab|beiz|mit|tel  〈n. 13〉 chem. Mittel, das getrocknete Anstriche erweicht, um sie leichter vom Untergrund entfernen zu können

eli|mi|nie|ren  〈V. t.; hat〉 1 〈allg.〉 aussondern, beseitigen, entfernen 2 〈Chem.〉 Atome od. Atomgruppen aus einem Molekül ersatzlos abtrennen … mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]