von DIRK EIDEMÜLLER
Laserstrahlen sind ein wichtiges Werkzeug: nicht nur beim Scanner an der Supermarktkasse, sondern auch bei der Kommunikation zwischen Satelliten, in der industriellen Materialbearbeitung, in der Messtechnik und in der Wissenschaft. Überall sind die besonderen Eigenschaften von Laserlicht gefragt.
„Es gibt jedoch Leistungsgrenzen, welche Art von Laserstrahlen man überhaupt einsetzen kann“, sagt Yannick Schrödel, Doktorand am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg. „Extrem starke Laserpulse können sogar hochwertige Optiken zerstören oder die Materialeigenschaften eines optischen Apparats so stark verändern, dass die Qualität des Laserstrahls nachlässt.“ Gerade bei der Arbeit mit besonders intensiven Laserstrahlen muss man deshalb einige Tricks auf Lager haben.
Das könnte künftig einfacher werden. Denn das Team, zu dem Schrödel gehört, hat eine Optik ohne festes oder flüssiges Material konstruiert. Beteiligt waren Wissenschaftler des Forschungszentrums DESY, der Technischen Universität Darmstadt, der Hochschule Aalen, der Universität Hamburg, der inoson GmbH in St. Ingbert und des Helmholtz-Instituts Jena.
Mithilfe von Dichtemodulationen in der Luft, erzeugt durch besonders starke Ultraschallwellen, wurde ein Laserstrahl abgelenkt. Nachdem die ersten Versuche geglückt sind, könnte nun ein neues Forschungsgebiet entstehen: die Gasphasen-Sonophotonik, bei der Laserstrahlen mit Schallwellen, umgeben von Luft oder anderen Gasen, gesteuert werden.
In Zukunft sollen Laserpulse mit Spitzenleistungen weit über den bisher erzeugten 20 Gigawatt zum Einsatz kommen. Das ist für viele Anwendungen in Forschung und Industrie interessant. Denn Laser mit einer derart hohen Leistungsstärke sollen in so unterschiedlichen Gebieten wie der Materialbearbeitung, Fusionsforschung und Teilchenphysik genutzt werden.
Wie bei einer Fata Morgana
Die Idee zur Laserablenkung durch Schall ist nicht neu. Allerdings fanden vergleichbare Versuche bislang fast ausschließlich in einem festen oder flüssigen Medium statt. „Man kann mithilfe von Ultraschall die Dichte nicht nur in einer Flüssigkeit oder in einem Kristall, sondern auch in Gasen modulieren und dadurch etwa optische Schalter bauen, die sich elektronisch über den Ultraschall kontrollieren lassen“, sagt Schrödel. Damit lässt sich zum Beispiel schnell hin und her schalten. Solche Ultraschallwandler erlauben auch eine genaue elektronische Kontrolle.
Luft hat gegenüber Flüssigkeiten oder Festkörpern den großen Vorteil, dass sie extrem starke Laserpulse passieren lässt, allerdings nahezu ungebrochen. „Dichtemodulationen ändern daran nur ganz wenig“, sagt Schrödel.





