Die häufigste Gruppe der Säugetiere, die Plazentalier, entwickelte sich noch zu Lebzeiten der Dinosaurier in der späten Kreidezeit. Das berichten amerikanische Forscher.
Von den Mäusen bis zu den Menschen gehören die meisten Säugetiere zu den Plazentaliern, die ihren Nachwuchs lange in der Gebärmutter tragen und über eine Plazenta versorgen. Bislang hatten die meisten Paläontologen angenommen, dass die Plazentatiere sich erst nach dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren entwickelten. Diese Meinung stellen David Archibald von der San Diego State University und Kollegen jetzt in Frage. Die Forscher beschreiben im Fachblatt Nature die Entdeckung eines Säugetiers namens Kulbeckia, das vor 85 bis 90 Millionen Jahren im heutigen Usbekistan lebte.
Dieses Tier gehörte zur wenig erforschten Familie der “Zalambdalestidae”. Archibald und seine Kollegen analysierten die Verwandschaftsverhältnisse von Kulbeckia und den Zalambdalestiden und stellten fest, dass sie näher mit heutigen Nagetieren und Hasen verwandt waren als mit anderen Plazentaliern. Daraus schließen die Forscher, dass Kulbeckia ebenfalls den Plazentatieren zuzurechnen ist.
Genetische Studien, bei denen die Veränderungen bestimmter Gene benutzt werden, um den Lebenszeitpunkt des letzten lebenden Verwandten zweier Arten zu bestimmen, hatten die Entstehung der Plazentalier ebenfalls schon in die späte Kreide zwischen 104 und 65 Millionen Jahre vor heute verlegt. Wie die Forscher schreiben, begann die Entwicklung der heute lebenden Familien der Plazentalier allerdings erst nach dem Aussterben der Dinosaurier.
Ute Kehse





