Aksa und seine Kollegen, die eine Reihe von Bohrkernen und seismische Daten analysierten, schreiben, dass das Schwarze Meer die Schwelle am Bosporus eher erreichte als das Marmara-Meer, und zwar vor zehn- bis elftausend Jahren. Der Wasserspiegel am Marmara-Meer lag etwa 20 Meter niedriger, so dass relativ süßes Brackwasser aus dem Schwarzen Meer ins Marmara-Meer floss. Dort bildete sich ein Delta, dessen Sedimente die Forscher in seismischen Daten nachweisen konnten.
Die Sintflut Hypothese von W. Ryan gründet sich im wesentlichen darauf, dass die ersten Salzwasser-Schnecken aus dem Mittelmeer vor 7500 Jahren ins Schwarze Meer eindrangen. Die Forscher um Aksa erklären diese Tatsache dadurch, dass sich erst vor 7500 Jahren der heutige Wasseraustausch zwischen den beiden Meeren etablierte, wobei an der Oberfläche Brackwasser aus dem Schwarzen Meer herausfließt und etwas tiefer salziges Wasser aus dem Mittelmeer in das Schwarze Meer hinein fließt. Erst als auch Wasser aus dem Mittelmeer ins Schwarze Meer eindrang, wurde das Wasser salzig genug, um Mittelmeer-Lebewesen einen Lebensraum zu bieten, so die Forscher.





