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Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Forscher: Sintflut fand nicht am Schwarzen Meer statt

Das Schwarze Meer wurde nach dem Ende der letzten Eiszeit wahrscheinlich nicht in einer katastrophalen Flut plötzlich überschwemmt. Diese Theorie, derzufolge sich diese Katastrophe in der biblischen Geschichte von der Sintflut niedergeschlagen hat, widerlegen Ali Aksu von der Memorial University of Newfoundland in Kanada und Kollegen jetzt im Fachblatt GSA Today (Bd. 12, S. 4 – 10).

Den Forschern zufolge lief die Geschichte des Schwarzen Meeres folgendermaßen ab. Gegen Ende der letzten Eiszeit waren sowohl das Schwarze Meer als auch das Marmara-Meer, das heute mit dem Schwarzen Meer über die Bosporus-Schwelle und mit dem Mittelmeer über die Dardanellen-Straße verbunden ist, damals Seen, weil der Meeresspiegel über hundert Meter niedriger lag als heute. Vor zehn- bis zwölftausend Jahren stieg der Meeresspiegel so weit an, dass das Mittelmeer und das Marmara-Meer wieder verbunden wurden. Auch im Schwarzen Meer stieg den Autoren zufolge der Wasserspiegel, weil das Klima feucht war und die Flüsse Donau, Bug, Dnjepr, Don und zeitweilig auch die Wolga in das Gewässer mündeten.

Aksa und seine Kollegen, die eine Reihe von Bohrkernen und seismische Daten analysierten, schreiben, dass das Schwarze Meer die Schwelle am Bosporus eher erreichte als das Marmara-Meer, und zwar vor zehn- bis elftausend Jahren. Der Wasserspiegel am Marmara-Meer lag etwa 20 Meter niedriger, so dass relativ süßes Brackwasser aus dem Schwarzen Meer ins Marmara-Meer floss. Dort bildete sich ein Delta, dessen Sedimente die Forscher in seismischen Daten nachweisen konnten.

Die Sintflut Hypothese von W. Ryan gründet sich im wesentlichen darauf, dass die ersten Salzwasser-Schnecken aus dem Mittelmeer vor 7500 Jahren ins Schwarze Meer eindrangen. Die Forscher um Aksa erklären diese Tatsache dadurch, dass sich erst vor 7500 Jahren der heutige Wasseraustausch zwischen den beiden Meeren etablierte, wobei an der Oberfläche Brackwasser aus dem Schwarzen Meer herausfließt und etwas tiefer salziges Wasser aus dem Mittelmeer in das Schwarze Meer hinein fließt. Erst als auch Wasser aus dem Mittelmeer ins Schwarze Meer eindrang, wurde das Wasser salzig genug, um Mittelmeer-Lebewesen einen Lebensraum zu bieten, so die Forscher.

Ute Kehse
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♦ Nu|cle|o|lus  〈m.; –, –o|li od. –o|len; Biol.〉 = Nukleolus

♦ Die Buchstabenfolge nu|cl… kann in Fremdwörtern auch nuc|l… getrennt werden.
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