Amerikanische Astronomen haben möglicherweise den bislang hellsten Stern im Universum entdeckt. Der glühende Gigant LBV 1806-20 könnte bis zu siebenmal heller sein als der aktuelle Rekordhalter, berichtete Steve Eikenberry von der Universität Florida auf dem Treffen der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Atlanta.
Von der Erde aus ist der rekordverdächtige Kandidat mit bloßem Auge nicht zu sehen. Staubpartikel zwischen Erde und LBV 1806-20 blockieren das sichtbare Licht. Lediglich mit im infraroten Bereich des Spektrums empfindlichen Instrumenten kann der 45.000 Lichtjahre entfernte Riese wahrgenommen werden, da diese Wellenlängen den Staub besser durchdringen können.
Die Astronomen um Eikenberry machten bereits verschiedene Untersuchungen, um die unglaubliche Masse und Helligkeit des Sterns einzuschätzen. Sie schärften die Infrarotaufnahmen, bestimmten die exakte Entfernung von LBV 1806-20 zur Erde, dessen Temperatur und wie stark der Staub zwischen der Erde und dem Stern das Licht abfängt. Die Wissenschaftler halten den Riesenstern nach diesen Analysen für den hellsten Stern, der je entdeckt wurde.
Ganz sicher können sie sich allerdings noch nicht sein. Auf diese große Entfernung ist es schwer zu sagen, ob es sich tatsächlich um einen einzelnen oder mehrere Himmelskörper handelt. Eine einfache Anhäufung von Sternen geringerer Masse können sie zwar bereits ausschließen. Allerdings wäre es denkbar, dass LBV 1806-20 aus einer Ansammlung weniger, dicht umeinander kreisender Sterne besteht. Daher sind noch weitere Untersuchungen nötig.
LBV 1806-20 ist mindestens so hell wie der bisherige Rekordhalter, der Pistolenstern. Während dieser fünf bis sechs Millionen mal heller als unsere Sonne ist, könnte sein Konkurrent rund vierzig Millionen mal heller strahlen. Der helle Gigant könnte mindestens 150mal größer sein als unsere Sonne und ist möglicherweise erst zwei Millionen Jahre alt, schätzen die Forscher.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





