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Astronomie+Physik

Kein Lifting für die Venus

Die Oberfläche der Venus ist deutlich älter als bislang angenommen. Die Gesteinsformationen auf dem Planeten haben ein Alter von mehr als einer Milliarde Jahre, haben amerikanische Forscher um Vicki Hansen von der Universität von Minnesota in Duluth herausgefunden. Sie werteten die Bilder der Venussonde Magellan aus den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts neu aus. Die Forscher hoffen nun, durch Beobachtungen aus dem Weltraum oder Venusmissionen noch weitaus mehr über die Entwicklungsgeschichte unseres Nachbarplaneten zu lernen.

Das Alter von Planetenoberflächen können Wissenschaftler aus der Zahl der Einschlagkrater von Meteoriten bestimmen. Verwitterungsprozesse oder Vulkanausbrüche lassen diese verschwinden, was den Forschern als Anhaltspunkt dient. Aus den rund tausend Kratern auf der Venus konnten Astronomen daher auf ein Alter der Oberfläche von rund 500 Millionen Jahren schließen. Dazu mussten sie allerdings eine planetare Katastrophe voraussetzen: Riesige Vulkanausbrüche hätten die Oberfläche und damit ältere Krater mit einer ein bis drei Kilometer dicken Magmaschicht überdeckt, so das Szenario.

Die Astronomin Vicki Hansen betrachtete nun die Gebirgszüge genauer. Diese durchstoßen wie Inseln die mit Lava vollgelaufenen Täler. Aus den Flanken der Gebirge rekonstruierte Hansen den ursprünglichen Verlauf der Täler. Mithilfe der unterschiedlichen Niveaus der Talsohlen konnte die Forscherin dann ableiten, dass die Täler zu unterschiedlichen Zeiten mit Lava geflutet worden waren. Die alten Gebirgsformationen blieben dabei intakt und haben nach Berechnung von Hansen ein Alter von mindestens einer Milliarde Jahre. Damit ist auch klar, dass es eine globale Vulkankatastrophe auf der Venus nicht gegeben hat.

Vicki Hansen (Universität von Minnesota) et al.: New Scientist, Onlinedienst, 2. November ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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