Wenn sich der Befund erhärtet, befände sich unter einer eher unscheinbaren Bergkette am Äquator des Mars eine der größten Wassereis- und damit auch Wasservorkommen auf dem roten Planeten. Bislang konnten Astronomen nur in den Polarregionen unseres Nachbarplaneten zweifelsfrei große Vorkommen von Eis ausmachen. Die dortigen Polkappen bestehen zwar überwiegend aus gefrorenem Kohlendioxid, sind aber von ausgedehnten Wassereisschichten durchsetzt.
Astronomen sind auf neue Wasservorkommen auf dem Mars gestoßen: Unter einem Gebirgszug am Äquator unseres Nachbarplaneten vermuten sie größere Mengen an Eis. Bislang gingen Forscher davon aus, dass das Gebiet der Medusae Fossae-Formation (MFF) aus Vulkanaschen oder Staubsedimenten besteht. Neue Radarmessungen mit der Marssonde Mars Express zeigen allerdings, dass das Material unter der Oberfläche der Formation die physikalischen Eigenschaften von Wassereis hat. Wenn sich dies bestätigt, dann gäbe es in Äquatornähe eine ähnliche Menge Wasser wie am Südpol des Mars, schreiben die Forscher um Thomas Watters von der Smithsonian-Institution in Washington.
Die Forscher untersuchten mehrere Gebiete auf dem Mars mit dem Radarinstrument Marsis der Sonde Mars Express. Die Radarstrahlen durchdringen das poröse Oberflächengestein und werden an tieferen Schichten reflektiert. Aus der Laufzeit des Strahls und anderen Strahleigenschaften können die Forscher auf Tiefe und Beschaffenheit der Oberflächenschichten schließen. In der Medusae Fossae-Formation stießen die Astronomen auf ein Reflektionsmuster, das sich am besten mit größeren Vorkommen an Wassereis erklären lässt. Die Region ist viele Dutzend Kilometer lang, ihre eher sacht ansteigenden Hänge haben Höhen von 500 Meter bis 3,5 Kilometer. Die Forscher sind allerdings vorsichtig in ihrer Beurteilung: Auch Staubsedimente mit untypisch geringer Dichte und nur geringem Wassereisanteil könnten für eine Erklärung ausreichen. Diese Möglichkeit sehen sie aber als eher unwahrscheinlich an.
Thomas Watters (Smithsonian Institution, Washington) et al.: Science, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1126/science.1148112 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer





