
Das Artemis-Programm der NASA soll die Rückkehr von Menschen zum Mond einleiten. Nach jetzigem Zeitplan ist für 2028 eine US-Mondlandung geplant. Dieses Ziel zu erreichen, erweist sich allerdings als echte Herausforderung. Zum einen existierte seit Einmottung der legendären Saturn V weltweit keine Trägerrakete mehr, die die Last eines bemannten Raumschiffs über den Erdorbit hinaus bringen konnte. Für das Artemis-Programm entwickelte die NASA deshalb eine neue Trägerrakete: das Space Launch System (SLS). Zusammen mit der Orion, der Raumkapsel für die Astronauten, ist das Ensemble 98 Meter hoch – und damit die größte je gebaute Rakete.
Das Artemis-Programm hat allerdings zahlreiche Verzögerungen, Kostensteigerungen und technische Probleme hinter sich. Im Jahr 202 gelang dann mit Artemis 1 endlich die erste, noch unbemannte Mondumrundung. Anfang Februar 2026 sollte dann – ebenfalls nach mehrfacher Verschiebung – die bemannte Mondumrundung mit Artemis 2 folgen. Doch beim Betankungstest kurz vor dem Start traten Wasserstofflecks und Heliumzufluss-Störungen auf, so dass der Starttermin verschoben werden musste.
Missionsverlauf vom Start bis zum Verlassen des Erdorbits
Jetzt ist es endlich soweit: Um 18:35 Uhr Ortszeit – 00:35 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit – hob die NASA-Trägerrakete SLS (Space Launch System) mit der Orion-Raumkapsel und den vier Astronauten an Bord von der Startrampe 39b in Cape Canaveral ab. Das Team aus drei erfahrenen NASA-Astronauten – Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover und Missionsspezialistin Christina Koch – und dem kanadischen Missionsspezialisten Jeremy Hansen ist nun unterwegs. Rund zwei Minuten nach dem Start, in einer Höhe von knapp 50 Kilometern, waren die Feststoffraketen ausgebrannt und wurden abgeworfen, ebenso das Notfallsystem für den Startabbruch. Rund acht Minuten nach dem Start hatten auch die Haupttriebwerke der SLS ihren Treibstoff verbraucht – immerhin mehr als 2,6 Millionen Liter flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff – und wurden ebenfalls abgetrennt. Nach zwei Zündungen der Raketenoberstufe, der Cryogenic Propulsion Stage (ICPS), fliegt die Orionkapsel nun zunächst für zwei Erdumkreisungen in einer elliptischen Flugbahn um die Erde.






