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Astronomie|Physik

Warum das Kraterzählen auf dem Mars Astronomen in die Irre führt

Auf dem Mars ist die Zahl der Krater kein sicheres Indiz für das Alter einer bestimmten Oberflächenregion. Das haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Bisher glaubten Planetenforscher, dass die Landschaften auf der Oberfläche des Planeten umso älter sind, desto mehr Krater und damit desto mehr Einschläge von Meteoriten sie aufweisen. Doch offenbar handelt es sich gerade bei kleineren Vertiefungen um so genannte sekundäre Krater, die beim Einschlag eines großen Meteoriten durch aufspritzendes Gestein entstanden sind. Die Zählmethode ist demnach so ungenau, dass manche Marsregionen bis zu hundertmal älter oder auch jünger sein könnten als bislang angenommen. Über die Ergebnisse berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist (26. März, S. 18).

Wer bislang das Alter einer bestimmten Gegend auf dem Mars bestimmen wollte, zählte die Krater, die Bilder dieser Region zeigen. Damit wurde das relative Alter eines Gebiets im Vergleich zu anderen abgeschätzt. Um eine Vorstellung über das absolute Alter zu bekommen, verglichen Experten die Ergebnisse vom Mars mit Kraterzählungen vom Mond. Letztere konnten dank felsiger Souvenirs von Mondreisen bereits präzise datiert werden. Dieser Vergleich basierte auf der Annahme, dass die Einschlagrate von Meteoriten auf Mond und Mars immer in etwa gleich hoch war.

Nun haben Nadine Barlow von der Universität in Flagstaff und ihre Kollegen von der Universität in Tucson diese Zählmethode über den Haufen geworfen. Auf jüngsten Infrarotbildern sind selbst in der Umgebung relativ kleiner Krater langgezogene strahlenförmige Muster zu erkennen. Diese beweisen, dass beim Einschlag eines Meteoriten viel mehr Gestein verspritzt wurde, als Wissenschaftler bisher angenommen hatten. Dieser Felsregen wiederum hat ? ausgehend vom Haupteinschlagsloch ? in manchen Fällen zu Millionen von sekundären Kratern geführt, erklären die Forscher. Zu diesen sekundären Kratern, die damit für die Altersbestimmung nutzlos wären, zählen sie die Mehrzahl der Löcher mit einem Durchmesser von weniger als zwei Kilometern.

Einige kraterfreie Regionen wurden bisher auf nur etwa 150.000 Jahre geschätzt. Aufgrund der neuen Erkenntnisse vermuten die Forscher jedoch, dass sich das Alter dieser Gegenden nur auf einen Zeitraum innerhalb von 10 Millionen Jahren genau festlegen lässt. Diese Ungenauigkeit wird wahrscheinlich bestehen bleiben, bis es möglich sein wird, auch vom Mars Steinproben zu holen und auf ihr Alter hin zu untersuchen.

ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Offermann
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