von THOMAS BÜHRKE
Es war eine wissenschaftliche Sensation, die Physiker am 11. Februar 2016 verkündeten. Erstmals war der direkte Nachweis einer Gravitationswelle gelungen. Als Quelle hatten die Forscher zwei 1,3 Milliarden Lichtjahre entfernte Schwarze Löcher identifiziert, die kollidiert und miteinander verschmolzen waren. Dabei wurde Materie mit insgesamt drei Sonnenmassen komplett in Energie umgewandelt und in Form der Gravitationswelle abgegeben.
Damit strahlten diese beiden Schwergewichte in der kurzen Zeitspanne von einer Zehntelsekunde mehr Energie ab als alle Sterne im Universum zusammen in Form von Licht.
Signal in Hannover entdeckt
Der Nachweis war mit zwei Laser-Interferometern namens Ligo in den USA gelungen. Entdeckt hatten das Signal indes Forscher am Albert-Einstein-Institut (AEI) in Hannover. „Das Signal war so stark, dass überhaupt keine aufwendige statistische Analyse nötig war“, schwärmte damals der Institutsdirektor Karsten Danzmann: „Es war fast zu schön, um wahr zu sein“. Dreißig Jahre lang hatte Danzmann die Gravitationswellenforschung in Deutschland vorangetrieben und letztlich entscheidend zu diesem grandiosen Erfolg beigetragen. Unter seiner Leitung entstand unter anderem das weltweit stabilste Lasersystem. Diese Innovation trug entscheidend zur Entdeckung der Gravitationswelle bei.
In ihren Labors und dem eigenen Gravitationswellendetektor Geo600 haben die Hannoveraner die Lasertechnik in den letzten Jahren zu neuen Höchstleistungen weitergeführt. Ihre neueste Entwicklung mit sogenanntem Quetschlicht läuft seit Kurzem in den technisch aufgerüsteten Ligo-Detektoren. Seitdem entdecken die Physiker damit sowie mit zwei weiteren Anlagen in Italien und Japan im Tagesrhythmus Gravitationswellen von kollidierenden Schwarzen Löchern. Doch nicht nur auf experimenteller Seite waren deutsche Forscher maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt, sondern auch auf theoretischer. Um in dem Datenstrom der Ligo-Detektoren eine Gravitationswelle aufzuspüren, bedarf es einer ausgeklügelten Auswertungs-Software. Entwickelt wurde diese von Forschenden um Alessandra Buonanno und Bruce Allen vom Albert-Einstein-Institut in Potsdam. Von einer Viertelmillion möglicher Kombinationen unterschiedlicher Himmelskörper wurden die zu erwartenden Gravitationswellen-Signale mithilfe der Einstein-Gleichungen berechnet. Diese dienten als „Musterkatalog“, um eine Welle in den Daten zu finden und die physikalischen Informationen zu ermitteln.
Etwa die Hälfte der Datenanalyse erfolgte auf dem Supercomputer des AEI in Hannover, wo dann auch die erste Gravitationswelle entdeckt wurde.
Auf unserer Reise werden wir beide Institute besuchen und von führenden Wissenschaftlern informiert werden.





