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Wie das Huhn nach Amerika kam

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Das Haushuhn kam wahrscheinlich gemeinsam mit den Polynesiern nach Amerika.
Das Haushuhn erreichte bereits vor den europäischen Einwanderern den amerikanischen Kontinent. Das schließt ein internationales Forscherteam aus DNA-Analysen von Hühnerfossilien aus Chile. Demnach gelangte das Haushuhn gemeinsam mit den Polynesiern mindestens hundert Jahre vor den Spaniern und Portugiesen nach Amerika. Die Ergebnisse klären nicht nur die Herkunft der amerikanischen Hühner, sondern geben auch einen Einblick in die Besiedlung des Pazifiks durch die Polynesier.

Nach einer weit verbreiteten Annahme führten die spanischen und portugiesischen Eroberer um 1500 das Haushuhn auf dem amerikanischen Kontinent ein, das sich dann von der Ostküste Südamerikas aus verbreitete. Allerdings entdeckte der Spanier Francisco Pizarro bei seiner Ankunft in Peru im Jahr 1532, dass Hühner schon damals ein fester Bestandteil der Inkakultur waren. Das Huhn war daher im Westen Südamerikas wahrscheinlich bereits vor den Europäern verbreitet, wobei Wissenschaftler seither spekulieren, ob die Tiere über Asien oder Polynesien nach Amerika gelangten.

Alice Storey und ihre Kollegen kommen nun anhand von Untersuchungen fossiler Hühnerknochen aus Chile zu dem Schluss, dass die Polynesier das Huhn nach Amerika einführten. Die bereits 2002 ausgegrabenen Knochen stammen aus dem 14. Jahrhundert und gelten als die ältesten Hühner Amerikas. Um die Herkunft der Hühner zu bestimmen, verglichen die Forscher die chilenischen Knochen mit Hühnerfossilien aus Polynesien und der DNA heutiger Hühner aus der Region. Das Erbgut der chilenischen Fossilien und der modernen Hühner enthielten dabei die gleiche Veränderung wie das der polynesischen Knochen, stellten die Forscher fest.

Die chilenischen Hühner stammen damit aus Polynesien, folgern die Wissenschaftler. Die Polynesier haben das Huhn zwar auf ihrem Weg über den Pazifik noch vor den Europäern nach Südamerika gebracht, jedoch sei dies möglicherweise nicht das einzige Mal gewesen, dass Hühner nach Amerika gebracht wurden, schränken die Forscher ein. Es gebe Hinweise darauf, dass das Huhn von mehreren Orten aus nach Südamerika gelangte und sich wahrscheinlich über zwei Abstammungslinien ausbreitete. Die Untersuchungen zeigen zudem, dass sich die genetische Ausstattung heutiger Hühnerbestände in Südamerika im Vergleich zu ihren pazifischen Vorfahren kaum verändert hat. So vermischte sich durch gezielte Zucht die polynesische Linie nicht mit den später eingeführten europäischen Hühnern, erklären die Forscher.

Alice Storey (Universität von Auckland) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0703993104 ddp/wissenschaft.de ? Claudia Hilbert
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