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Astronomie+Physik Erde+Klima

Wie die Antarktis zu ihrem Eis kam

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Ähnlich wie diese von Gletschern geprägte Gebirgslandschaft in Wales hat wohl auch die Antarktis ausgesehen, bevor sie von kilometerdickem Eis bedeckt war. Bild: Martin Siegert
Hoch aufragende Bergmassive, von Flüssen durchströmte Senken, Hochtäler, die von Gletschern immer weiter eingeschnitten werden: Vor 34 Millionen Jahren muss die Antarktis ähnlich ausgesehen haben wie heute die Alpen. Das schließen Wissenschaftler eines internationalen Forscherteams aus Radardaten, die chinesische Forscher im Gamburzew-Gebirgsmassiv im Zentrum des Kontinents gesammelt haben. Die kilometerdicken Eismassen haben das ursprüngliche Relief des Gebirges wohl viele Millionen Jahre lang bewahrt, schreiben die Forscher um Sun Bo vom Polarforschungsinstitut in Shanghai.

Das antarktische Klima war in dieser Epoche der Erdgeschichte vor 34 Millionen Jahren verglichen mit heute extrem mild: Im Sommer stiegen die Durchschnittstemperaturen in dem zentralen Bergmassiv auf etwa drei Grad Celsius an, an der Küste des Kontinents wuchsen sogar Bäume, Flüsse schnitten sich in die Felsmassive ein und modellierten die Landschaft ebenso wie die Gletscher, die schon damals Hochtäler ausfüllten und die hohen Gipfel bedeckten.

Diese alpine Berglandschaft ist heute unter drei Kilometern Eis begraben und wurde dadurch konserviert, vermuten die Forscher um Sun Bo: Als das Klima kälter wurde und die Durchschnittstemperaturen sanken, legte sich ein nach und nach immer dicker werdender Eispanzer auf das Gamburzew-Gebirge, das als Ausgangspunkt der Vergletscherung des Kontinents gilt. Ihren Höhepunkt erreichte diese Eisbildung vor rund 14 Millionen Jahren, als die Temperaturen in der Zentralantarktis um durchschnittlich 8 Grad Celsius fielen. Verantwortlich dafür waren neben einem Absinken des Kohlendioxidgehalts Schwankungen in der Bahn der Erde um die Sonne und Veränderungen von Strömungen in den südpolaren Meeren.

Das mehr als tausend Kilometer lange Bergmassiv wurde in Folge dieses Klimawandels komplett von Eis bedeckt, und bis heute ragt kein einziger Gipfel aus der Eisfläche hervor ? ein Panzer, der die darunterliegende Landschaft über Jahrmillionen hinweg versiegelt und vor weiterer Abtragung geschützt hat.

Sun Bo (Polarforschungsinstitut Shanghai) et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1038/nature08024 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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