Während einer Sonnenfinsternis können messbare Wetteränderungen auftreten. Das beweisen Messungen von Karen Aplin vom britischen Rutherford Appleton Laboratory und Richard Harrison während der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999.
Die Forscher berichten in der Zeitschrift Proceedings A der Royal Society in London, dass sie erstmals die Wetterveränderungen im Kernschatten mit einer hochgenauen Station im Städtchen Camborne in Cornwall bestimmten. Gleichzeitig registrierten sie Druck- und Temperaturschwankungen im britischen Ort Reading, der außerhalb des Kernschattens lag und wo die maximale Sonnenbedeckung 97 Prozent betrug.
Dass Wetterveränderungen mit Sonnenfinsternissen zusammenhängen, war bislang umstritten. Aplin und Harrison konnten jedoch nachweisen, dass Temperatur und Luftdruck sowohl im Kernschatten als auch im Teilschatten abnehmen. Die Druckschwankungen verursachen komplizierte Luftströmungen rund um den Kernschatten, der sich mit Überschallgeschwindigkeit fortbewegte.
Im Umkreis von 150 Kilometern um den Kernschatten bildet sich nach Erkenntnissen der Forscher ein Luftwirbel, der gegen den Uhrzeigersinn rotiert. Es handele sich um den viel diskutierten Eklipsen-Wind, schreiben Aplin und Harrison. In einer etwas weiter außen liegenden Zone dreht sich die Luft dann im Uhrzeigersinn, an den Rändern des Teilschattens gegen den Uhrzeigersinn.
Ute Kehse





