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Astronomie+Physik

Wie Enceladus seine Nachbarn zum Leuchten bringt

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Der Saturnmond Enceladus stößt an seinem Südpol Eispartikel aus. Bild: NASA/JPL/Space Science Institute
Der kleine Saturnmond Enceladus entpuppt sich als Graffitikünstler: Die auf der Südseite des Mondes ausgestoßenen Eispartikel treffen nach einer Reise durch das Ringsystem auf andere Monde und verleihen diesen einen ungewöhnlich hellen Glanz. Das haben amerikanische Astronomen um Anne Verbiscer von der Universität von Virginia in Charlottesville mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops herausgefunden, als sie Enceladus und rund ein Dutzend weitere Monde im so genannten E-Ring, dem breiten, diffusen äußersten Saturnring beobachteten. Die starke Reflexion von Sonnenstrahlen und damit die Helligkeit der vier Monde Tethys, Mimas, Dione und Rhea beruht auf Partikeleinschlägen von Enceladus.

Um die Reflexionseigenschaften der Mondoberflächen zu bestimmen, mussten die Astronomen warten, bis sich Sonne, Erde und Saturn in einer Linie befanden. Während einer solchen so genannten Opposition des Saturns 13. Januar 2005 beobachteten die Forscher die Monde mit dem Hubble-Weltraumteleskop und konnten so die Sonnenstrahlen einfangen, die senkrecht von den Mondoberflächen reflektiert wurden. Aus den Reflexionsdaten und Modellberechnungen schlossen die Forscher, dass die auffällig hohe Helligkeit der Oberflächen von einem Materialniederschlag aus dem E-Ring verursacht werden muss.

Der Saturnmond Enceladus ist der Himmelskörper mit dem größten Reflexionsvermögen im Sonnensystem. Die Eisdecke seiner Oberfläche wirft rund 99 Prozent der eintreffenden Sonnenstrahlen zurück in den Weltraum. In der Südpolregion des Mondes vermuten Forscher vulkanische oder geysirähnliche Aktivitäten, die Eispartikel in das Ringsystem des Saturns schleudern. Auf diese Weise versorgt sich der E-Ring des Saturns mit frischem Material. Die Eispartikel treffen dann wohl auf die anderen rund ein Dutzend Monde im E-Ring und erhöhen deren Reflexionsvermögen, erklären die Forscher.

Anne Verbiscer (Universität von Virginia, Charlottesville) et al.: Science, Bd. 315, S. 815 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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