Paläontologen haben Hinweise darauf gefunden, wie Tyrannosaurus rex den massiv gepanzerten Triceratops zerlegte, um beim Fressen an die nahrhafte Nackenmuskulatur zu gelangen. Demnach riss der prominente Zweibeiner dem gehörnten Dino gezielt den sperrigen Kopf ab.
Es ist eines der beliebtesten Motive in Darstellungen von Dinosauriern: der Kampf zwischen einem T. rex und einem Triceratops. Ob solche Gerangel überhaupt stattgefunden haben, ist allerdings nach wie vor unklar, denn es ist möglich, dass T. rex sich nur über bereits tote Tiere hermachte, also ein Aasfresser war. Auch im Rahmen der aktuellen Untersuchung fanden die Forscher um Denver Fowler vom Museum of the Rockies in Montana nur Spuren von unverheilten Bissspuren. Es gibt also bisher keine Beweise, dass ein Triceratops einen Kampf mit einem T. rex überlebt hat, was die urzeitlichen Kämpfe belegen würde.
Hauptgang Nackenfleisch, Gesichtsmuskulatur zum Dessert
Doch wie auch immer die gepanzerten Dinos zu Tode gekommen waren ? sie zu verspeisen, kann keine leichte Aufgabe gewesen sein. Wie es T. rex anstellte, Triceratops auseinanderzunehmen, konnten die Forscher nun durch die Untersuchung von Bissspuren auf Überresten von 18 Individuen belegen. Die Tischmanieren eines T. rex waren demnach ein schauriges Schauspiel: Die Spuren vieler Zahnabdrücke zeigen, dass T. rex so lange am Kopf von Triceratops zerrte, bis sich dieser gepanzerte Körperteil löste und die massive Nackenmuskulatur zugänglich wurde.
Doch offenbar landete der Kopf nicht völlig ungenutzt bei den Essensresten. T. rex ließ sich die feine Gesichtsmuskulatur von Triceratops nicht entgehen, berichten die Paläontologen. Sie fanden Zahn-Spuren auf der Vorderseite einiger Schädel, die darauf hinweisen, dass T. rex hier fein säuberlich nagte, um das Fleisch zu entfernen. Die Hauptmahlzeit war allerdings das Nackenstück eines Triceratops und ?um da dran zu kommen, war es das Beste, den Kopf abzureißen?, resümiert Denver Fowler.
Denver Fowler (Museum of the Rockies, Montana) et al.: Society of Vertebrate Paleontology?s annual meeting in Raleigh, North Carolina © wissenschaft.de – Martin Vieweg





